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Germanwings-Absturz: Düsseldorfer Ermittler treffen an Absturzstelle ein

Zum deutschen Team, das in Südfrankreich eingetroffen ist, gehört ein Spezialist des Landeskriminalamts für lasergestützte Tatortvermessung und digitale Spurenkarten.

Die französischen Hilfskräfte bekommen Unterstützung von einem deutschen Ermittlerteam aus Düsseldorf

Die französischen Hilfskräfte bekommen Unterstützung von einem deutschen Ermittlerteam aus Düsseldorf

Die Lufthansa-Flugschule wusste früh, dass der Copilot der abgestürzten Unglücksmaschine eine "depressive Episode" hatte. Sie sei aber als abgeklungen bezeichnet worden. Dennoch rückt die Frage in den Fokus: Hätte die Lufthansa Andreas Lubitz frühzeitig aus dem Flugverkehr ziehen müssen - und so einer Katastrophe wie dem Absturz von Germanwings-Flug 4U9525 vorbeugen können?

Die Entwicklungen des Tages zur Germanwings-Katastrophe zum Nachlesen.

+++ 18.56 Uhr: Düsseldorfer Ermittler treffen an Absturzstelle ein +++

Ein Ermittlerteam aus Düsseldorf ist an der Absturzstelle der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen eingetroffen. Das bestätigt eine Polizeisprecherin. Die Sonderkommission hatte sich am Dienstag auf den Weg nach Frankreich gemacht. Unter ihnen ist auch der Chef der Sonderkommission "Alpen", Roland Wolff.

Mit den vier deutschen Polizisten flogen die vier französischen Ermittler, die die Arbeit in Düsseldorf bisher unterstützt hatten. Zum deutschen Team gehört ein Spezialist des Landeskriminalamts für lasergestützte Tatortvermessung und digitale Spurenkarten.

+++ 18.20 Uhr: 72 statt 75 Deutsche unter den Toten +++

Das Auswärtige Amt korrigiert die Zahl der deutschen Opfer des Germanwings-Unglücks von 75 auf 72 herunter. Der Grund für die späte Berichtigung der Zahl ist, dass es ursprünglich Unklarheiten bei den Passagieren mit doppelter Staatsangehörigkeit gab.

Insgesamt kamen bei dem Flugzeug-Absturz 150 Menschen ums Leben.

+++ 17.29 Uhr: Haltern trauert um Opfer der Flugzeug-Katastrophe +++

Zu einem öffentlichen Gedenkgottesdienst für die Opfer der Flugzeug-Katastrophe in Südfrankreich sind zahlreiche Trauernde in Haltern zusammengekommen. Bürgermeister Bodo Klimpel sowie die Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden haben zu dem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Sixtus-Kirche eingeladen. Unter den Opfern der Tragödie sind 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Halterner Gymnasiums.

Bereits am Freitag waren Bundespräsident Joachim Gauck und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zu einem Gedenkgottesdienst nach Haltern gekommen. In der nicht öffentlichen Veranstaltung für Schüler und Lehrer des Gymnasiums sowie Angehörige der Opfer hatte Gauck der trauernden Stadt sein Mitgefühl bekundet.

+++ 15.53 Uhr: Lufthansa gab Gutachten zu Lubitz in Auftrag +++

"Spiegel Online" berichtet, dass der mutmaßliche Germanwings-Todespilot Andreas Lubitz nach der Unterbrechung seiner Ausbildung im Jahr 2009 im Auftrag der Lufthansa psychiatrisch begutachtet worden ist. Der Nachwuchsflieger musste demnach nicht nur seinen Einstellungstest wiederholen, sondern sich auch einer eingehenden Überprüfung seiner geistigen Gesundheit stellen. Über den Vorgang hatte zuerst "Die Welt" berichtet.

Nachdem Lubitz die Checks erfolgreich absolvierte, konnte er seine für ein halbes Jahr unterbrochene Ausbildung an der Flugschule in Bremen wieder aufnehmen. In seine Lizenz wurde der Hinweis SIC eingetragen, der für "besondere regelhafte medizinische Untersuchungen" steht und auf eine chronische Erkrankung hindeutet. Im Tauglichkeitszeugnis von Lubitz tauchte der Vermerk jedoch nicht auf.

+++ 14.31 Uhr: "Paris Match" von Video überzeugt +++

In einem Interview mit dem US-Sender NBC äußert sich der stellvertretende Chefredakteur von "Paris Match", Régis Le Sommier, überzeugt davon, dass das angebliche Handy-Video von den letzten Sekunden an Bord vor dem Absturz authentisch ist. Davon sei er überzeugt, sagt Le Sommier. Die Quelle sei nah dran an den Ermittlungen, "so dass wir keinen Zweifel haben, dass das, was wir gesehen haben, die letzten Sekunden davon sind, was geschehen ist."

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+++ 12.54 Uhr: Britische Kinos warnen Zuschauer vor Szenen in "Wild Tales" +++

Britische Kinos haben den Film "Wild Tales" mit einem ausdrücklichen Warnhinweis versehen - er enthält Szenen, die dem Germanwings-Absturz ähneln

Britische Kinos haben den Film "Wild Tales" mit einem ausdrücklichen Warnhinweis versehen - er enthält Szenen, die dem Germanwings-Absturz ähneln

Wegen frappierender Parallelen zum Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich haben mehrere britische Kinos den argentinischen Film "Wild Tales" mit einem ausdrücklichen Warnhinweis versehen. Der Film enthalte Szenen, die einige Zuschauer nach dem Absturz vom 24. März verstören könnten, hieß es auf der Internetseite der Kinokette Curzon. Die Filmförderung British Film Institute wies ausdrücklich daraufhin, dass der Film reine Fiktion und alle Ähnlichkeit rein zufällig sei.

Der Episodenfilm des argentinischen Regisseurs Damián Szifrón war am Freitag in die britischen Kinos gekommen. In einer der Kurzgeschichten entdecken die Passagiere eines Flugzeugs nach und nach, dass sie mit dem Flugbegleiter bekannt waren und ihm in irgendeiner Weise Leid zugefügt haben - dieser verschanzt sich im Cockpit und will die Maschine zum Absturz bringen.

In Deutschland war "Wild Tales - Jeder dreht mal durch" bereits Anfang Januar in die Kinos gekommen. Auf dem Twitter fragten sich inzwischen mehrere Zuschauer, ob Andreas L. den Film gesehen hat.

+++ 12.45 Uhr: Versicherer sagen schnelle und faire Regulierung zu +++

Das Versicherungskonsortium unter Führung der Allianz hat eine umfassende, faire und schnelle Bearbeitung der Schäden zugesagt. "Dabei wird eine enge Abstimmung mit den Angehörigen der Passagiere sowie deren Vertretern erfolgen", erklärte der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Jeder Schadenersatzanspruch werde individuell geprüft. Angesichts der schwierigen Umstände werde die Bewertung jedes Einzelfalls allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zugleich bestätigte AGCS, dass ein vorläufiger Betrag von rund 279 Mio. Euro zurückgestellt worden sei, um alle Ansprüche und Kosten zu decken, die sich aus den Luftfahrtversicherungen ergeben. Diese "erste, vorläufige Reserve" umfasse sowohl Entschädigungszahlungen an die Angehörigen der Passagiere als auch den Versicherungswert des Flugzeugs. Außerdem sei die Reserve für weitere Kosten etwa für Sicherungsmaßnahmen und Untersuchungen am Absturzort, für die rechtliche Unterstützung und Betreuung der Angehörigen vorgesehen.

+++ 12.38 Uhr: Lufthansa-Chef dankt Helfern +++

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat den Helfern und Anwohnern gedankt. Er sei "tief beeindruckt" von der Professionalität der Helfer und dem Mitgefühl für die Hinterbliebenen der Opfer, sagte Spohr in Le Vernet. Spohr kündigte zugleich an, dass die Lufthansa über die gewährte Soforthilfe hinaus den Betroffenen weitere Hilfen gewähren werde. Die Lufthansa werde "so lange helfen, wie es notwendig" sei, sagte Spohr in einer kurzen Stellungnahme auf englisch und französisch.

Der Lufthansa-Chef, der gemeinsam mit dem Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann an den Absturzort gereist war, äußerte sein tiefes Bedauern, "dass ein solches Unglück bei der Lufthansa geschehen konnte". "Wir erfahren jeden Tag mehr über die Ursachen", sagte Spohr. Er glaube, dass es noch lange dauern werde "zu begreifen, wie dies geschehen konnte". Fragen von Journalisten wurden bei dem Pressestatement nicht zugelassen

+++ 12.20 Uhr: Holländischer Pilot kritisierte Tür-Regel - vor zwei Monaten +++

Vor zwei Monaten hat der holländische Pilot Jan Cocheret in einer Kolumne im Magazin "Piloot en Vliegtuig" (Pilot und Flugzeug) von den Risiken, der von innen abschließbaren Cockpit-Türen geschrieben. "Ich wundere mich ernsthaft, wer da manchmal neben mir sitzt", so Cocheret.

"Ich hoffe, ich befinde mich niemals in der Situation, dass wenn ich von der Toilette zurückkomme, sich die Cockpit-Tür nicht mehr öffnen lässt."

+++ 11.29 Uhr: Staatsanwalt: Video Ermittlern übergeben +++

Der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin hat den Fund eines Videos mit Aufnahmen aus dem Germanwings-Airbus kurz vor dem Absturz erneut infrage gestellt. Es seien Handys gefunden worden, es sei aber unklar, ob diese auswertbar seien. Für den Fall, dass jemand über ein solches Video verfüge, solle dies unverzüglich an die Ermittler übergegeben werden, so Robin zur französischen Nachrichtenagentur AFP.

Die Chefs von Lufthansa und Germanwings legten am Gedenkort in Le Vernet einen Kranz nieder

Die Chefs von Lufthansa und Germanwings legten am Gedenkort in Le Vernet einen Kranz nieder

+++ 11 Uhr: Lufthansa-Chefs legen Kranz nieder +++

Am Gedenkstein in Le Vernet, in unmittelbarer Nähe zur Absturzstelle, haben die Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr (Lufthansa) und Thomas Winkelmann (Germanwings) einen Kranz zum Gedenken an die Absturz-Opfer niedergelegt. Die beiden Airline-Chefs waren mit einem Hubschrauber zur Absturzstelle gereist.

+++ 10.41 Uhr: Lufthansa-Chefs trauern in Seyne-les-Alpes +++

+++ 10.10 Uhr: Lubitz soll Sauerstoffmaske getragen haben +++

Laut Auswertung des Stimmrekorders aus der abgestürzten Germanwings-Maschine soll Copilot Andreas Lubitz, der den Absturz bis zuletzt "schwer geatmet" haben. Wie die französische Zeitung "Paris Match" nun berichtet, erklärt sich dieses schwere Atmen damit, dass Lubitz eine Sauerstoffmaske getragen haben soll. Eine Bestätigung für diese Angaben steht noch aus. Ebenso ist unklar, was Lubitz damit bezweckt haben könnte.

+++ 8.51 Uhr: Zweifel an aufgetauchtem Video +++

Die Gendarmerie hat Zweifel an der Existenz eines Videos geäußert, über das die "Bild"-Zeitung und das französische Blatt "Paris Match" berichten. In der Aufnahme sollen keine Menschen zu sehen, aber Ausrufe wie "Oh, mein Gott" in mehreren Sprachen zu hören sein. Sie stammt angeblich vom Handy eines Flugpassagiers. Ein Sprecher der Gendarmerie betonte gegenüber CNN, die Handys von der Absturzstelle seien noch gar nicht ausgewertet.

+++ 8.41 Uhr: Lufthansa-Chefs besuchen Absturzstelle +++

Die Airline-Chefs Carsten Spohr (Lufthansa) und Thomas Winkelmann (Germanwings) wollen heute erneut nach Seyne-les-Alpes in die Nähe der Absturzstelle von Flug 4U9525 reisen und sich ein Bild machen. Geplant ist nach Angaben eines Konzernsprechers auch, in Marseille ein weiteres Mal Angehörige der Absturz-Opfer zu treffen. Es wäre die erste direkte Begegnung seitdem bekannt wurde, dass die Katastrophe offenbar durch den Suizid des Copiloten ausgelöst wurde.

+++ 4.00 Uhr: Trauerfeier in Haltern +++

Im westfälischen Haltern findet heute um 17 Uhr eine Trauerfeier um die beim Absturz ums Leben gekommenen 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums der statt. In der St. Sixtus-Kirche werden zahlreiche Menschen zu einem okumenischen Gottesdienst erwartet. Der Gottesdienst soll daher über Lautsprecher auch nach außen übertragen werden.

dho/and/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters