VG-Wort Pixel

Germanwings-Absturz Überführung der deutschen Opfer steht bevor


Erst waren die Überführungen der Germanwings-Opfer kurzfristig verschoben worden - nun klappt es doch wie geplant in der kommenden Woche. Die ersten Familien werden ihre Angehörigen beerdigen können.

Die Überführung der deutschen Opfer des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen beginnt nun doch wie geplant in der kommenden Woche. Der Mutterkonzern Lufthansa erklärte, am kommenden Dienstagabend lande eine Sondermaschine mit 30 Särgen in Düsseldorf. Tags darauf sollen die Verstorbenen den Familien übergeben werden. Am Donnerstag und Freitag seien die ersten Beerdigungen geplant, sagte Anwalt Elmar Giemulla, der die Angehörigen von 34 Opfern vertritt.

Mehrere Angehörige der deutschen Opfer des Germanwings-Absturzes hatten sich zuvor entsetzt über eine Mitteilung der Lufthansa gezeigt, wonach sich die Überführung der sterblichen Überreste aus Frankreich verzögern würde. Demnach war es bei der Ausstellung von Sterbedokumenten der Opfer zu Fehlern gekommen.

Überführungen bis Ende Juni abgeschlossen

Nachdem den Angehörigen zugesagt wurde, die Toten nun doch wie geplant zu überführen, zeigte sich Giemulla erleichtert, kritisierte aber auch eine "völlig unnötige Aufregung".

Unter den ersten Überführten seien auch die 16 Schüler und zwei Lehrerinnen aus dem Ort Haltern, die auf dem Rückflug von einem Schüleraustausch in Barcelona verunglückt waren, sagte der Anwalt der "WAZ" vom Samstag. Der Lufthansa zufolge sollen bis Ende Juni weitere Überführungen folgen.

Giemulla führte das Einlenken von Lufthansa auf die Berichterstattung der Medien und das Einwirken des Auswärtigen Amtes zurück. "Es ist wohltuend zu sehen, dass die Angehörigen nicht alleine stehen", sagte der Anwalt der "WAZ". Demnach sagten aber mehrere Familien die seit längerem angesetzten Beisetzungen ab, nachdem sie über die erwarteten Verzögerungen informiert worden waren. Diese Absagen hätten sie nun wieder rückgängig machen müssen.

"Beerdigung ein wichtiger Schritt"

Nach Angaben eines Germanwings-Sprechers hatten Sterbedokumente durch die Fehler ihre Gültigkeit verloren und mussten neu ausgestellt werden. Der Bürgermeister des Ortes Prads-Haute-Bleone nahe dem Unglücksort hatte gesagt, es habe auf sechs oder sieben Dokumenten Schreibfehler bei "ausländisch klingenden Namen" gegeben.

Im Interview mit dem stern hatte Giemulla betont, wie wichtig die Rückführung der Opfer für die Angehörigen sei: "Bisher war die Katastrophe für die Hinterbliebenen noch immer zu abstrakt, um sie begreifen zu können. Die Beerdigung ist ein wichtiger Schritt, um diesen Schicksalsschlag verarbeiten zu können."

kis/dpa/AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker