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"Blitz-Marathon": 22.000 Temposünder in NRW erwischt

Angesichts der bislang größten Tempo-Kontrolle in Nordrhein-Westfalen haben sich viele Autofahrer am Dienstag gezügelt. "Alle fahren entspannt", sagte ein Sprecher der NRW-Innenministeriums in einer ersten Zwischenbilanz. Trotzdem rasten viele Autofahrer in die Radarfallen der Polizei.

Der 24-stündige "Blitz-Marathon" ist am Morgen in Nordrhein-Westfalen zu Ende gegangen. Über die Ergebnisse der verstärkten Verkehrskontrollen will das Innenministerium im Laufe des Tages informieren. In einer Zwischenbilanz hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger die weitgehend disziplinierte Fahrweise der Autofahrer und damit ihr verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr gelobt. Beim zweiten landesweiten "Blitz-Marathon" wurde an mehr als 3600 Punkten das Tempo überwacht.

Trotz Vorwarnung hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen bei ihrer bislang größten Tempokontrolle binnen 24 Stunden mehr als 22.000 Temposünder geblitzt. Die Quote lag mit drei Prozent aber deutlich niedriger als an normalen Tagen. "Es war ein Tag der Vernunft", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) zum Abschluss des "Blitz-Marathons" am Mittwoch laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Wenn die Behörden unangekündigt blitzen, fahren acht Prozent der Autofahrer zu schnell. Zuvor hatten 15 000 Bürger im bevölkerungsreichsten Bundesland Punkte gemeldet, an denen geblitzt werden sollte. An 2673 dieser Stellen war die Polizei dann zwischen Dienstag 6.00 Uhr bis Mittwoch um 6.00 Uhr im Einsatz.

In dieser Zeit wurden 645 000 Autofahrer kontrolliert, teilte das Düsseldorfer Innenministerium mit. 3300 Polizisten waren im Einsatz. Die Blitz-Aktion war die zweite in diesem Jahr, im Herbst ist eine weitere geplant. Die Beamten stellten im ganzen Land fest, dass die allermeisten Autofahrer sich die Regeln hielten und langsamer fuhren. "Das ist ein Lerneffekt", meinte Jäger, "genau den wollen wir erreichen". Kritiker meinen allerdings, dass dieser Effekt sofort wieder nachlässt, wenn keine Extrakontrollen angekündigt sind.

Nach der Massenüberprüfung droht laut Ministerium 167 Autofahrern ein Fahrverbot, 4 waren den Führerschein an Ort und Stelle los. 27 Autofahrer waren alkoholisiert oder von Drogen benebelt. 440 hatten sich nicht angegurtet. Der schnellste Raser fuhr bei Münster in die Radarfalle. Statt der erlaubten 80 Stundenkilometer preschte er mit Tempo 187 über die Autobahn.

jat/DPA / DPA