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Tod auf der "Gorch Fock": Neue Zeugenaussage im Fall Jenny Böken

Bis heute ist ungeklärt, warum die Kadettin Jenny Böken in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2008  über Bord der "Gorch Fock" ging und starb. Nun äußert sich zum ersten Mal außerhalb der Ermittlungen eine der Kadettinnen, die damals mit an Bord war.

Jenny Böken auf der Gorch Fock

Jenny Böken am 15. August 2008 als Kadettin auf der "Gorch Fock".

Aus ihren Aussagen gegenüber stern-Autor Malte Herwig ergibt sich ein Bild der Stimmung, die nach dem Vorfall unter den jungen Offiziersanwärterinnen herrschte, eine Mischung aus kollektiver Panik und individueller Gleichgültigkeit.

Die Kadettin, die zur selben Zeit wie Böken Wache an Deck hatte, berichtet, sie habe "schätzungsweise zehn nach halb zwölf" Schreie von Steuerbord gehört. Dann habe der Posten "Rettungsboje" etwas gesehen, und das Kommando "Mann über Bord" sei ausgelöst worden: "Wir haben die Segel in Trichterstellung gebracht, weil man so ein Boot nicht einfach anhalten kann. Haben gezogen an den Tampen, als gäb's kein Morgen mehr."

"Wir haben immer rausgeschaut durchs Bullauge und Angst gehabt, dass sie da vorbeischwimmt"

Schließlich bekamen sie und ihre Kameradinnen den Befehl, unter Deck zu gehen und zu schlafen. "Das hat natürlich nicht funktioniert. Es war so komisch, dass wir alle in unseren Hängematten lagen, nur sie halt nicht. Wir haben immer rausgeschaut durchs Bullauge und Angst gehabt, dass sie da vorbeischwimmt. Wir haben richtige Horrorvorstellungen gehabt."

Dennoch schien von den Kadettinnen niemand über den Verlust der Kameradin zu trauern. Erst als die Marine einen Militärpfarrer zur Betreuung schickte, sei es zum Streit gekommen, wie die ehemalige Kadettin berichtet: "Da haben sich die Mädels gegenseitig beschuldigt: Als es passiert ist, warst du doch auch nicht traurig, da brauchst du auch nicht so zu tun. Das war ein Zickenkrieg."

Die ARD arbeitet den Fall jetzt in fiktionalisierter Form in dem Film "Tod einer Kadettin“ auf (Das Erste, 5. April 20:15 Uhr).

Mehr dazu im neuen stern:





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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.