HOME

"Gott hat in mein Leben hineingefunkt": Alt-Bischof Homeyer ist gestorben

Der langjährige frühere Bischof von Hildesheim, Josef Homeyer, ist tot. Der Geistliche, der unter anderem als Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz maßgeblich an der Aussöhnung der polnischen mit der deutschen katholischen Kirche beteiligt war, starb am Dienstag unerwartet an den Folgen einer Operation, wie das Bistum Hildesheim mitteilte.

Der langjährige frühere Bischof von Hildesheim, Josef Homeyer, ist tot. Der Geistliche, der unter anderem als Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz maßgeblich an der Aussöhnung der polnischen mit der deutschen katholischen Kirche beteiligt war, starb am Dienstag unerwartet an den Folgen einer Operation, wie das Bistum Hildesheim mitteilte. Sein Nachfolger Bischof Norbert Trelle sagte, Homeyers plötzlicher Tod habe ihn tief erschüttert.

Homeyer wurde am 1. August 1929 in Harsewinkel im Kreis Gütersloh geboren. Ursprünglich wollte der Bauernsohn eine Familie gründen, doch es kam ganz anders: "Gott hat konkret in mein Leben hineingefunkt und meine Pläne völlig durch einander gebracht", sagte Homeyer einmal. Im Februar 1958 zum Priester geweiht, wurde er 1972 Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz und Geschäftsführer des Verbands der Diözesen Deutschlands. Bis 1975 wirkte er zudem als Sekretär der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland. "In diesen Ämtern beeinflusste er nicht nur kirchliche, sondern maßgeblich auch wichtige nationale und internationale Entwicklungen, unter anderem die Aussöhnung der polnischen mit der deutschen katholischen Kirche", erklärte das Bistum.

Von 1983 bis zu seinem Ruhestand 2004 war Homeyer Bischof von Hildesheim. Bis zu seiner Emeritierung leitete er bei der Deutschen Bischofskonferenz die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Bis 2006 war er zudem Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der EU.

Auch in der aktuellen Debatte um sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche bezog Homeyer eindeutig Stellung. "Aus heutiger Sicht haben wir die Vorwürfe zu wenig ernst genommen und die Tragweite der weiteren Entwicklungen eindeutig unterschätzt", sagte er im Februar. "Ich bedaure dies zutiefst."

APN, DPA / DPA