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Initiative "Hass hilft": Rassistische Online-Hetzer sammeln Geld für Flüchtlinge

Jeder Hetz-Kommentator lässt unfreiwillig die Kasse klingeln: Mit der Kampagne "Hass hilft" sollen Spenden gesammelt werden, die für Projekte zur Bekämpfung von rechtsradikalem Gedankengut eingesetzt werden.

Werbeaufruf der Aktion "Hass hilft"

Humoristische Spendenaufrufe wie dieser lassen sich auf der Homepage von "Hass hilft" finden

Das Prinzip hat sich bereits bewährt, nun soll es zum zweiten Mal für Erfolg sorgen: Das Zentrum Demokratische Kultur (ZDK) will mit seiner Initiative unter dem Motto "Hass hilft" Spendengelder eintreiben, mit dem Projekte gegen rechts unterstützt werden sollen. Jeder rassistische Kommentar, auf den User im Internet aufmerksam machen, bringt den Plänen der Organisatoren zufolge einen Euro ein. Dieses Geld soll in der Folge einem Flüchtlingsprojekt der "Aktion Deutschland hilft“ bzw. dem Nazi-Aussteigerprogramm “EXIT-Deutschland“ zugutekommen.

Auf der Homepage des nicht-staatlichen ZDK wird damit geworben, dass dank ihrer Aktion "alle Hasser und Hetzer praktisch gegen sich selbst spenden." Finanziert wird die Kampagne unter anderem vom FC St. Pauli, dem Fernsehsender Sky und Facebook. Der US-amerikanische Internetgigant sah sich zuletzt vermehrt Vorwürfen ausgesetzt, er würde zu wenig gegen rassistische Inhalte in seinem Sozialen Netzwerk vorgehen.

Zweiter Streich der PR-Guerilla des ZDK

Darüber hinaus ist auf der Webpräsenz von "Hass hilft" eine anonymisierte Rangliste der zehn fleißigsten Hass-Poster einzusehen, die mit ihren fremdenfeindlichen Beiträgen unfreiwillig die größten Spendensummen generieren. Bis zum Freitagnachmittag kamen bereits 256 Euro zusammen, die einem guten Zweck zugeführt werden können.

Die Initiatoren raten all denjenigen, die die Aktion gerne selber tatkräftig unterstützen möchten, unter beanstandeten Facebook-Posts ein Bild von der ZDK-Homepage zu posten.

Das ZDK schickt sich damit an, ein zweites Mal öffentlich für Aufsehen zu sorgen. Im November letzten Jahres hatte das Bündnis bereits seinen Einfallsreichtum unter Beweis gestellt und mit der Kampagne "Rechts gegen rechts" eine Nazi-Demo im oberfränkischen Wunsiedel ohne das Wissen der Teilnehmer zu einem Spendenlauf umgewandelt. Zahlreiche nationale und auch internationale Medien hatten daraufhin von der gelungenen Guerilla-Aktion des ZDK berichtet.

lst