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"Kaninchenmast, nein danke": Tierschützer sammeln 45 000 Unterschriften

Vor Ostern haben Tierschützer mit bundesweit 45.000 Unterschriften gegen Quälerei bei der Kaninchenhaltung protestiert. Die Listen schickte die Kampagne "Kaninchenmast, nein danke" am Dienstag an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Vor Ostern haben Tierschützer mit bundesweit 45.000 Unterschriften gegen Quälerei bei der Kaninchenhaltung protestiert. Die Listen schickte die Kampagne "Kaninchenmast, nein danke" am Dienstag an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Der Sprecher des von 70 Vereinen und Organisationen getragenen Bündnisses, Ingo Schulz, erklärte, in der vorösterlichen Zeit ziehe der Konsum von Kaninchenfleisch regelmäßig an. Doch nur wenige Verbraucher wüssten, dass die Tiere in Mastanlagen litten.

"Dass die Haltung der Tiere bisher nicht gesetzlich geregelt ist, ist eine Schande für die deutsche Agrarpolitik", erklärte Schulz. Über 25 Millionen Kaninchen würden jedes Jahr verspeist. Deutschlandweit gebe es etwa 100 industrielle Mastanlagen, in denen Kaninchen - ähnlich wie Hühner in den mittlerweile verbotenen Legebatterien - in engen Käfigreihen gehalten würden. Die Verlustrate liege im zweistelligen Prozentbereich.

Die Drahtgitterkäfige hätten keine Böden, damit Kot und Futterreste nicht im Käfig blieben, kritisierte Schulz. Die Gitter schnitten in die empfindlichen Pfoten der Tiere ein und verursachten schwere Verletzungen. Unter den Käfigen türmten sich Kotberge auf. Wegen der hochsteigenden Ammoniakgase litten Mastkaninchen zudem häufig an entzündeten Schleimhäuten.

Auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, kritisierte die Haltungsbedingungen von Kaninchen. Sie ähnelten "leider nur zu sehr den tierquälerischen Bedingungen, unter denen die Legehennen in Käfigbatterien ihr Dasein fristen müssen". Es gebe weder in Deutschland noch in der EU verbindliche Regelungen. "Es müssen endlich Mindestanforderungen her, damit die Kaninchenhaltung in Zukunft der Forderung des Tierschutzgesetzes nach einer art- und bedürfnisgerechten Haltung entspricht", forderte Apel.

Viele Bundesbürger bringen zu Ostern als Delikatesse einen Kanichenbraten auf den Tisch. Das Fleisch gilt als eine gesunde Alternative zu Rind oder Schwein. Es ist cholesterinarm, hat einen niedrigen Fett- und einen hohen Eiweißgehalt.

Bereits vor einem Jahr hatte der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, sich bei der EU für verbindliche und tierschutzgerechte Haltungsbedingungen für Mastkaninchen einzusetzen.

APN / APN