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"Kopenhagener des Jahres": Umstrittener Zoochef mit Bürgerpreis geehrt

Trotz Kritik wird ein Giraffenjunges getötet und an die Löwen verfüttert. Laut Zoodirektor sei die Welt eben kein Disneyfilm - für seine Standhaftigkeit wurde er zum "Kopenhagener des Jahres" gewählt.

Knapp 6000 Leser der Zeitung "Politiken" haben Bengt Holst zum "Kopenhagener des Jahres" gewählt

Knapp 6000 Leser der Zeitung "Politiken" haben Bengt Holst zum "Kopenhagener des Jahres" gewählt

Der für den Tod des Giraffenjungen Marius verantwortliche Zoodirektor Bengt Holst ist von Zeitungslesern zum "Kopenhagener des Jahres" gekürt worden. International hatten die Tötung des Tiers, seine Obduktion vor Kinderaugen und die Verfütterung an Löwen im Februar einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Zoochef erhielt sogar Morddrohungen. Viele Dänen standen dagegen hinter Holsts Argumentation, das Leben sei kein "Disneyfilm" und das Vorgehen auch bei niedlichen Tieren nötig, um Inzucht zu verhindern.

Seine Nominierung für den jährlichen Leserpreis begründete die große dänische Zeitung "Politiken" auch damit, dass der Zoochef einen aufgeregten britischen Fernsehmoderator in einem Interview mit sachlichen Argumenten in die Schranken gewiesen hatte. "Bengt Holst besteht darauf, dass wir die Welt nicht in eine Disneywelt verwandeln sollten, in der nie jemand stirbt." Das Interview bei Channel 4 News war um die Welt gegangen und vor allem bei den Dänen angekommen. Knapp 6000 Leser wählten Holst zum Bürger des Jahres.

"Ich verstehe das als einen klaren Ausdruck dessen, dass die Dänen der offenen und ehrlichen Art, in der wir von der Arbeit im Zoo erzählen, sehr positiv gegenüberstehen", sagte Holst laut Mitteilung des Zoos, als er den Preis in Kopenhagen entgegennahm.

amt/DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?