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"The Silence Breakers": "Time Magazine" kürt #MeToo-Bewegung zur Person des Jahres 2017

Die Frauenbewegung #MeToo wird vom "Time Magazine" zur Person des Jahres 2017 gekürt. Die Bewegung sorgte im Herbst dafür, dass weltweit Frauen von sexueller Belästigung im Privat-und Berufsleben berichteten. Donald Trump landet auf dem zweiten Platz.

Time Magazin Cover : Person of the Year 2017, #MeToo

Unter dem Motto "The Silence Breakers" kürt das "Time Magazine" die Bewegung #MeToo zur Person des Jahres 2017.

"Die Stimmen, die eine Bewegung in Gang setzten": Unter diesem Titel steht das " " mit dem "Person of the Year-Award 2017". Das Magazin beleuchtet den Hintergrund der #MeToo-Bewegung und erklärt die Menschen, die die Sexismus-Debatte in die Öffentlichkeit brachten, gemeinsam zur Person des Jahres 2017. Nach dem Brechen des Schweigens schlossen sich immer mehr Menschen der Initiative an und die Debatte wurde innerhalb kürzester Zeit zum Politikum auf der ganzen Welt. Die Bewegung beleuchtete die Dimensionen der sexuellen Übergriffe am Arbeitsplatz bis in den Mikrokosmos des Alltags unzähliger Frauen.

Merkel begrüßt Entscheidung des "Time Magazine"

Bundeskanzlerin (CDU) begrüßte die Entscheidung.In den vergangenen Monaten hatte in den USA und anderen Ländern eine riesige Welle von Enthüllungen und Anschuldigungen zu sexuellen Übergriffen in der Unterhaltungsbranche und Medienwelt, in Politik und Wirtschaft schwere gesellschaftliche Erschütterungen ausgelöst. Die Folge waren Rücktritte und Entlassungen zahlreicher Prominenter.

Das Titelblatt der aktuellen "Time"-Ausgabe zeigt unter anderen die Schauspielerin Ahsley Judd, die Sängerin Taylor Swift und Susan Fowler, eine Ex-Angestellte des Fahrtenanbieters Uber. Sie gehörten zu den Frauen, welche die aktuelle Kampagne gegen ausgelöst hatten. Eine weitere Frau ist nur teilweise und ohne Gesicht abgebildet - sie steht für all jene, die anonym bleiben wollten, als sie ihre Vorwürfe erhoben.

Millionen von Frauen schlossen sich weltweit der Bewegung an

Die Frauen auf dem Titelblatt hätten zusammen mit hunderten weiteren "einen der rasantesten Wandel in unserer Kultur seit den sechziger Jahren ausgelöst", erklärte "Time"-Chefredakteur Edward Felsenthal. Die "kollektive Wut" über die sexuellen Übergriffe habe "sofortige und schockierende" Ergebnisse gezeitigt: "Fast täglich werden Unternehmenschef gefeuert, Mogule gestürzt, Schande über Ikonen gebracht."
Den Frauen und Männern, die an der Kampagne gegen sexuelle Übergriffe beteiligt waren, sei "für den Mut zu danken, das Schweigen über sexuelle Übergriffe zu brechen", erklärte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, im Kurzbotschaftendienst Twitter im Namen der Bundeskanzlerin. Es sei "großartig", dass eine Gruppe von Menschen ausgewählt worden sei, "die die Welt tatsächlich zum besseren" verändert, erkläre die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Gesine Agena.
"Time" würdigte insbesondere die Internetkampagne unter dem Stichwort "#MeToo" (Ich auch), in der Frauen über sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen berichten. Weltweit schlossen sich Millionen von Frauen, aber auch Männer an. Die Beteiligung von Stars an der Internetaktion habe es anderen Frauen erleichtert, über ihre schmerzvollen Erfahrungen zu berichten: "Wenn ein Filmstar #MeToo sagt, dann wird es auch leichter, einer Köchin zu glauben", schrieb das Magazin.

Weinstein, Spacey und Co. - Eine Chronik des Missbrauchs in Hollywood

Ausgelöst worden war die Welle der Enthüllungen und Vorwürfe Anfang Oktober durch den Skandal um den Hollywoodproduzenten , der daraufhin von seiner eigenen Produktionsfirma entlassen wurde. Weinstein soll über Jahrzehnte hinweg dutzende Frauen sexuell belästigt und attackiert haben, darunter prominente Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Ashley Judd und Gwyneth Paltrow. Einige Frauen werfen ihm Vergewaltigung vor. Zahlreiche weitere Prominente gerieten in den Wochen danach durch ähnliche Vorwürfe unter Druck, darunter die Schauspieler Kevin Spacey und Dustin Hoffman, die US-Fernsehmoderatoren Matt Lauer und Charlie Rose, der Stardirigent James Levine und mehrere Mitglieder des US-Kongresses.

Donald Trump landet hinter #MeToo

Auch der erzkonservative US-Senatskandidat Roy Moore sieht sich mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung konfrontiert, bekam aber dennoch den Rückhalt von Präsident Donald Trump - dem seinerseits mehrere Frauen bereits im vergangenen Jahr sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten.
Trump landete im Übrigen bei der Auswahl zur "Person des Jahres" auf dem zweiten Platz, vor dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Trump war im vergangenen Jahr von "Time" zur "Person des Jahres" gekürt worden, nachdem er wenige Wochen zuvor überraschend die Präsidentenwahl gewonnen hatte. "Time" verleiht den Titel nach eigenen Angaben jeweils an diejenige Persönlichkeit, die "zum Guten oder zum Schlechten am meisten beigetragen hat, um die Ereignisse des Jahres zu beeinflussen".

fk/AFP