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"Pipi-Posse" bei der Bahn Schaffner darf wieder zurück an seinen alten Arbeitsplatz


In der "Pipi-Posse" hat die Deutsche Bahn jetzt eingelenkt. Der Schaffner, der einem Fahrgast das Pinkeln in einen Mülleimer erlaubt hatte, muss nicht weiter nachts die Züge im Depot bewachen. Dorthin war er nach 36 Dienstjahren zwangsversetzt worden.

Im Streit mit einem Schaffner um das Pinkeln in einen Mülleimer hat die Deutsche Bahn eingelenkt. Die Bahn hatte den Zugbegleiter zum Nachtwächter degradiert, weil er einem Fahrgast das Urinieren in einen Abfalleimer der 1. Klasse erlaubt hatte. Nun nahm der Arbeitgeber die Versetzung wieder zurück, wie ein Sprecher des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts am Montag mitteilte. Das Gericht hatte den 53-Jährigen in Schutz genommen und das Disziplinarverfahren gegen der Bahn gegen ihren Beamten gestoppt.

Der Harndrang des Fahrgastes in einer S-Bahn ohne Toilette hatte den Beamten beruflich in Bedrängnis gebracht. Um Schlimmeres zu verhindern, hatte der 53-Jährige dem jungen Passagier geraten, in einen Abfallbehälter des leeren 1.-Klasse-Abteils zu pinkeln, "wenn es gar nicht anders geht". Der Lokführer hatte das beobachtet und den Vorfall gemeldet.

Daraufhin hatte die Bahn den Schaffner mit einem Disziplinarverfahren überzogen und schließlich nach 36 Dienstjahren sogar versetzt: Er musste nachts Züge im Depot bewachen. Der Mitarbeiter habe den unvermeidbaren Schaden immerhin zu begrenzen versucht, hatte Richter Norbert Klein angemerkt.

vim/DPA DPA

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