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Kritik am Umgang mit Migranten: "Sea-Watch"-Kapitänin Klemp lehnt Pariser Verdienstmedaille ab

Die Stadt Paris wollte die Kapitäninnen Carola Rackete und Pia Klemp für ihre Seenotrettung im Mittelmeer auszeichnen. "Sea-Watch"-Kapitänin Klemp möchte die Ehrung aber nicht haben und verweist darauf, wie in Paris mit Migranten umgegangen werde.

Pia Klemp

Pia Klemp spricht bei einer Demonstration in Köln

Picture Alliance

Die deutsche "Sea-Watch"-Kapitänin Pia Klemp hat eine Auszeichnung der Stadt Paris abgelehnt. Klemp kritisierte in einem offenen Brief auf Facebook den Umgang der Stadt und ihrer Bürgermeisterin Anne Hidalgo mit Migranten und Geflüchteten. 

"Frau Hidalgo, Sie wollen mich für meine Solidaritätsaktion im Mittelmeer auszeichnen", schrieb sie. "Gleichzeitig stiehlt Ihre Polizei Decken von Menschen, die gezwungen sind, auf der Straße zu leben, während Sie Demonstrationen unterdrücken und Menschen kriminalisieren, die die Rechte von Migranten und Asylsuchenden verteidigen."

//version française en dessous// THE CITY OF PARIS IS AWARDING PIA KLEMP THE MEDAILLE GRAND VERMEIL Paris, I love you....

Gepostet von Pia Klemp am Dienstag, 20. August 2019

Stadt Paris wollte Carola Rackete und Pia Klemp auszeichnen

Klemp steuerte die beiden zivilen Rettungsschiffe "Iuventa" und Sea-Watch 3". Die Stadt Paris hatte im Juli angekündigt, den Kapitäninnen Carola Rackete und Klemp die höchste Verdienstmedaille der Stadt zu verleihen. Damit solle das Engagement der beiden für die Achtung der Menschenrechte gewürdigt werden, hieß es damals. Organisationen wie Sea-Watch oder SOS Méditerranée hielten vor Augen, dass man der Trägheit europäischer Regierungen mit eigenem Engagement begegnen müsse. Rackete und Klemp stünden für diesen Kampf. 

Die "Médaille Grand Vermeil de la Ville de Paris" wird seit 1911 von der französischen Hauptstadt in verschieden hohen Kategorien vergeben. Zu den Trägern gehören unter anderem der schwedische Fußballer Zlatan Ibrahimovic, die US-Schauspielerin Jane Fonda sowie der türkische Journalist Can Dündar. 

"Was wir brauchen, sind Freiheit und Rechte. Es ist an der Zeit, dass wir heuchlerische Ehrungen anprangern und die Lücke mit sozialer Gerechtigkeit füllen", schrieb Klemp in ihrem Facebook-Beitrag. Die Hilfsorganisation Sea Watch bestätigte, dass es sich bei dem Post auf dem nicht verifizierten Account um Klemps Erklärung handele.

epp / DPA