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Diskussion um Kult-Show: "Sesamstraße": Ernie und Bert sind wohl doch nicht schwul

Nach seinen Äußerungen zu Ernie und Bert und dessen möglicher sexuellen Orientierung rudert der "Sesamstraße"-Drehbuchautor Mark Saltzman nun zurück. Aus der Aufregung heraus sei er missverstanden worden.

Sesamstraße - Ernie und Bert

Die zwei bekanntesten Muppets der "Sesamstraße": Ernie und Bert. Den beiden wird seit Jahren nachgesagt, sie hätten eine Liebesbeziehung. 

DPA

Diese Nachricht ging um die Welt: Ernie und Bert, die beiden liebenswürdigen Klassiker der "Sesamstraße", sollen schwul sein. Das Netz kriegte sich kaum ein angesichts dieser Nachricht. Seit Jahrzehnten wird ihnen nachgesagt, eine Liebesbeziehung zu führen. Nun aber rudert derjenige zurück, der das – angeblich – gesagt haben soll, der ehemalige Autor der Sendung, Mark Saltzman. Er sei missverstanden worden, sagte er der New York Times.

Wie sein Lebensgefährte, Film-Cutter Arnold Glassman, und er selbst seien die beiden gegensätzliche Charaktere, die sich lieben. "In der Aufregung wurde daraus irgendwie: Bert und Ernie sind schwul", so der Autor. "Das ist ein Unterschied." Er wolle die Puppen aus der Kindersendung nicht auf eine sexuelle Orientierung festlegen.

In einem am Sonntag online veröffentlichten Interview des Schwulen-Magazins "Queerty" hatte Saltzman auf die Frage, ob er Bert und Ernie als schwules Pärchen gesehen habe, geantwortet: "Ohne große Agenda habe ich beim Schreiben von Bert und Ernie immer gedacht, das seien sie." 

Darauf hatte Sesame Workshop als Macher der Kindersendung ablehnend reagiert. "Bert und Ernie sind beste Freunde", hieß es am Dienstag in einer bei Twitter veröffentlichten Stellungnahme. "Auch wenn sie als männlich dargestellt werden und viele menschliche Charakterzüge haben, bleiben sie Puppen und haben keine sexuelle Orientierung."

Sesamstraße: Von Saltzmans Beziehung inspiriert

Saltzman, der 1984 zur "Sesamstraße" kam, hatte zuvor gesagt, die zwei Figuren seien in seinen Drehbüchern an seine eigene Beziehung mit Glassman angelehnt gewesen. Die beiden waren mehr als 20 Jahre und bis zum Tod Glassmans im Jahr 2003 ein Paar. Bekannte hätten die beiden Männer auch "Ernie und Bert" genannt. 

Ernie und Bert teilten sich in der "Sesamstraße" nicht nur Wohnung und Schlafzimmer, sondern badeten auch gemeinsam. Für viele Schwule gelten sie als Symbol. 2011 wurde gar eine Online-Petition gestartet, die Stimmen für eine Hochzeit des Paares sammelte. Das vermeintliche Outing der Puppen wurde in den sozialen Medien heftig diskutiert. Im englischsprachigen Original wurde "Sesame Street" erstmals 1969 beim TV-Sender PBS ausgestrahlt. Weltweit wurde die Kindersendung in 120 Ländern gezeigt.

Die Diskussion ist zwar interessant und beschäftigt viele Menschen, vielleicht ist es aber einfach gänzlich unerheblich, ob die Beiden nun schwul sind oder nicht. Denn darum geht es bei der Sesamstraße nicht. Es geht darum, und da hat Produzent "Sesame Workshop" Recht, dass zwei Menschen, die sehr unterschiedlich sind, Freunde sein können. Und das rückt all das Gerede um etwaige sexuelle Orientierungen der Beiden eindeutig in den Hintergrund.

Siri in der Sesamstraße : So ungeduldig kann nur einer auf Kekse warten
wlk / DPA
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?