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50 Jahre Mauerbau: "Niemand hat die Absicht..."

Die Mauer, vor 50 Jahren gebaut, war ein todbringendes Monstrum, das Deutschland in zwei Teile zerschnitt. Nun ist sie Denkmal, Souvenir, Mahnung. Ein kurze Chronologie ihrer Geschichte.

17. Juni 1953: Volksaufstand in der DDR

Das System krankte, schon damals, die Planwirtschaft funktionierte nicht, Tausende flüchten in den Westen. Als die SED die Arbeitsnormen erhöhen wollte, brach - nicht nur in Berlin - ein Proteststurm aus. Sowjetische Panzer rollten an, mindestens 55 Menschen starben. Der Volksaufstand offenbarte die Schwäche der DDR - und die Bereitschaft der SED-Führung, ihre Macht mit Gewalt abzusichern. Die deutsch-deutsche Grenze war schon vor dem Mauerbau stark bewacht, aber Berlin war bis damals noch offen. Die DDR blutete förmlich aus - Ingenieure, Ärzte, Lehrer, viele "machten rüber".

15. Juni 1961: Ulbricht "Niemand hat die Absicht,..."

Walter Ulbricht, Staatsratsvorsitzender der DDR, spricht auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin Worte, die in die Geschichte eingegangen sind: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Zwei Monate später weiß die Welt, dass er gelogen hatte. Es ist Ulbricht, der die Sowjetunion schon seit Jahren dazu drängt, die Sektorengrenze in Berlin dicht zu machen.

13. August 1961: Operation "Rose"

Noch in der Nacht zum 13. August sperren 21.800 Männer die Berliner Stadtgrenze. Sie riegeln Straßen ab, verschweißen Kanaldeckel, rollen Stacheldraht aus und beginnen mit dem Mauerbau. An der Bernauer Straße, springt am 22. August die 58-jährige Ida Sieckmann aus dem dritten Stock. Sie wollte in den Westen. Und stirbt, weil die Feuerwehr nicht rechtzeitig das Sprungtuch beibringt. Siekmann gilt als erste Mauertote. Heute ist an der Bernauer Straße die Gedenkstätte Berliner Mauer.

Die Westmächte reagieren sehr verhalten auf den Mauerbau, sie wollen keinen Krieg riskieren. Willy Brandt, SPD, damals Regierender Bürgermeister von Berlin, sagt am fünf Tage nach Beginn des Baus, am 18. August 1961: "Man muss die Unzahl menschlicher Tragödien im Auge haben, die sich in diesen Tagen abspielen. Mitten durch eine Stadt (...) sind Betronpfähle einer Grenze eingerammt worden, die zu einer Art chinesischer Mauer ausgebaut wird."

26. Juni 1963: Kennedy "Ish bin ein Bearleener"

Auch der US-Präsident lässt sich lange Zeit bis er die geteilte Stadt besucht. Erst im Juni 1963 reist er nach Berlin. Die Menschen im Westen jubeln ihm so frenetisch zu, dass er entscheidet, seine Rede umzuschreiben. Kennedy beschwört die Freiheit und sagt jenen Satz, der ihm auf ewig einen Ehrenplatz in der Stadtgeschichte sichert: "Ish bin ein Bearleener"

Die Mauer und ihre Toten

Bis heute ist die Zahl der Mauertoten noch nicht geklärt. Das Museum am "Checkpoint Charlie in Berlin geht von 1613 Todesfällen. Einer, dem die Grenze das Leben kostete, war Peter Fechter, 18, Maurergeselle aus Ostberlin. Er wurde am 17. August 1962 beim Versuch, die Mauer in der Nähe des Checkpoint Charlie zu überwinden, erschossen. Er schrie um Hilfe, doch niemand griff ein, weder die DDR-Grenzer noch die Amerikaner. Nach einer Stunde war Fechter verblutet, Volkspolizisten transportierten seine Leiche ab. Die Menschen auf der Westberliner Seite brüllten "Mörder, Mörder!"

Die Menschen versuchten nicht nur über die Grenzzäune, sondern auch zu Wasser oder durch selbsgegrabene Tunnel zu fliehen. Grenzsoldaten patroullierten regelmäßig an der Spree. Eine Flucht, die tragisch endete, zeigt die Verzweiflung mancher Fliehenden. Winfried Freudenberg überquerte mit einem selbstgebastelten Heißluftballon in der Nacht zum 8. März 1989 die Grenze zu Westberlin. Entgegen der Planung stieg sein Ballon bis auf 2000 Meter Höhe und stürzte an der Potsdamer Chaussee, Ecke Spanische Allee ab. Freudenbergs Körper schlug wenige hundert Meter entfernt im Garten einer Villa auf, er war sofort tot.

28. Januar 1985: Sprengung der Versöhnungskirche

Die Barbarei des DDR-Grenzregimes offenbart sich auch bei dieser Tat: Am 28. Januar 1985 wird die Versöhnungskirche an der Bernauer Straße gesprengt. Sie liegt direkt auf dem Todesstreifen und verdeckt die Sicht der Grenzer. 1999 entsteht auf den Fundamenten der Kirche eine neue Kapelle. Die aus der alten Kirche geretteten Glocken sind wieder in Betrieb.

12. Juni 1987: Reagan: "Tear down this wall!"

US-Präsident Ronald Reagan ist kein Darling der deutschen Öffentlichkeit. Aber er hält an diesem Juni-Tag in Berlin eine Rede, die alle bewegt. "Mr. Gorbatschow, tear down this wall!" ("Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein!"), ruft er seinem sowjetischen Amtskollegen zu. Michail Gorbatschow reformiert zu diesem Zeitpunkt unter den Stichworten "Glasnost" und "Perestroika" die sowjetische Gesellschaft.

4. September 1989: Beginn der Montagsdemos

Aus der DDR-Friedensbewegung heraus, die mit der evangelischen Kirche eng verknüpft ist, entwickeln sich die Leipziger Montagsdemonstrationen. Seit dem 4. September 1989 - hier ein Bild vom 13. November - gehen Tausende jede Woche auf die Straße. Sie rufen "Wir sind das Volk" und bringen die Verhältnisse in der DDR zum Tanzen.

Ungeachtet der Forderungen der Demonstranten plant die DDR-Riege das fest zum geburtstag des Staates. Zum 40-jährigen Staatsjubiläum der DDR im Oktober 1989 reist der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow an, Erich Honecker begrüßt ihn mit dem traditionellen Bruderkuss. Bei dem Besuch sagt Gorbatschow dem reformunwilligen Honecker: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" - so hält es Gorbatschow zumindest in seinen Memoiren fest. Honecker gibt sich unbeeindruckt - und ist schon bald Geschichte.

10. November 1989 : Mauerfall

Der Druck auf die DDR-Führung wird stärker. Sie muss reagieren. Günter Schabowski, Sekretär der Berliner SED-Bezirksleitung, verkündet am 9. November 1989 eine neue Regelung für Privatreisen in den Westen - "ohne Vorliegen von Voraussetzungen, Reiseanlässen und Verwandtschaftsverhältnissen". Dann sagt Schabowski noch: "Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt (...) Meines Wissens ab sofort." Damit liefert er den offiziellen Anlass für den Sturm auf die Mauer. Noch in derselben Nacht öffnen völlig überforderte DDR-Grenzer zahlreiche Kontrollposten.

Am 10. November 1989, einen Tag nach Schabowskis Erklärung, ist die Berliner Mauer bereits fest in Volksbesitz. Schätzungsweise 50.000 Ostberliner strömen in den Westteil der Stadt. Es ist der Sieg in einer friedlichen Revolution, die Überwindung eines todbringenden Monstrums namens Berliner Mauer.

Lutz Kinkel
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.