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Nach zehn Jahren überführt Rentner zersticht jahrelang die Autoreifen der Nachbarn und zweigt illegal Strom ab

Reifen, zerstochen
Ein zerstochener Reifen (Symbolbild).
© Christian Ohde / Picture Alliance
Ein Rentner aus München hat jahrelang seine Nachbarn schikaniert, wenn sie bei ihm in Misskredit gelangten. Mindestens zehn Jahre lang zerstach er mutwillig die Reifen ihrer Autos. Später zweigte er sogar illegal Strom ab. Lange wurde der Mann verdächtigt. Nun griff die Polizei zu.

Ein Rentner aus dem Münchner Stadtbezirk Moosach hat offenbar jahrelang seine Nachbarn schikaniert, wenn sie bei ihm in Misskredit gefallen waren. Wie die "Münchner Abendzeitung" berichtet, soll der 66-Jährige in den letzten zehn Jahren in mindestens 30 Fällen die Autoreifen unliebsamer Nachbarschaft zerstochen haben. Dabei soll ein Sachschaden von etwa 15.000 Euro entstanden sein.

Demnach fühlte sich der Mann von seinem Umfeld in Moosach geärgert und beobachtet. Die Hemmschwelle des Rentners war klein. Schon wer sein Auto vor dessen Grundstücksgrenze parkte, musste mit einer Racheaktion rechnen. In der Regel legte er den Betroffenen dann Nägel unter die Reifen ihrer Autos. Seine Nachbarn hatten ihn schon länger im Verdacht, beweisen konnte man ihm die Straftaten aber nicht.

Hausdurchsuchung: Polizei erlebt weitere Überraschungen

Überführt wurde der Reifenstecher nun nach einer Hausdurchsuchung der Polizei. Am vergangenen Freitag verschafften sich die Beamten mit einem Durchsuchungsbeschluss Zutritt zur Wohnung des 66-Jährigen und wurden fündig: Neben einem Tatwerkzeug stellten die Beamten ein Glas mit Nägeln und Kleidung sicher.

In seinem Garten hatte er zudem den gemeinschaftlichen Stromverteilerkasten der Stadtwerke angezapft und das Kabel in seinen Keller verlegt. Damit zweigte er sich auf Kosten der Nachbarn Energie ab. Eine "abenteuerliche und brandgefährliche" Konstruktion entdeckte die Polizei im Keller. Dort hatte sich der Münchner einen Boiler gebaut – offenbar um die Kosten für Warmwasser zu sparen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, musste die improvisierte Warmwasserheizung von Einsatzkräften der Feuerwehr gesichert werden.

Angezeigt wurde der Rentner nun wegen Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen und der Entziehung von elektrischer Energie. Nachdem das Haus durchsucht und der Mann vernommen worden war, wurde er von der Polizei entlassen.

Quelle:"Münchner Abendzeitung", Süddeutsche Zeitung

wlk

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