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Skandal-Anwesen: Schnäppchen in der Eifel: Ruine der Adenauer-Villa soll über Ebay versteigert werden

Seit 62 Jahren rottet ein pompöses Anwesen in der Vulkaneifel vor sich hin. Es sollte das Geschenk eines Konzernbosses an Konrad Adenauer werden. Das Gemäuer soll nun über Ebay versteigert werden.

Im Rohbau stecken geblieben: Seit 1956 ruhen die Arbeiten an der Villa bei Prüm

Im Rohbau stecken geblieben: Seit 1956 ruhen die Arbeiten an der Villa bei Prüm

Die Ruine thront in 600 Metern Höhe in der Vulkaneifel. Ihre Ausmaße sind gewaltig: Die Wohnfläche erstreckt sich über 600 Quadratmeter. Das Grundstück selber ist 2000 Quadratmeter groß. Die pompöse Villa sollte einmal Altersitz des ersten Kanzlers der Bundesrepublik werden: Konrad Adenauer hätte hier einen herrlichen Blick über die Eifelland-Schaft genießen können.

Doch diese Idee wurde nie Wirklichkeit. Seit 1956 rührt sich auf dem Areal nahe der Stadt Prüm nichts mehr. Die Arbeiten wurden schlagartig abgebrochen. Der Bau war bei der Lokalpresse ins Gerede gekommen. Denn nicht der Alte aus Bonn war Bauherr, sondern ein enger Freund und einflussreicher Wirtschaftskapitän der 1950er Jahre: Der Vorstandschef des AEG-Konzern Friedrich Spennrath wollte die Villa Adenauer zum Geschenk machen. Doch der Druck wurde zu groß. Als die Bauarbeiten im Sommer 1955 begannen tuschelte die Bevölkerung in den umliegenden Gemeinden schon von einem "Camp Konrad"  – in  Anspielung auf dem Sommersitz der US-Präsidenten in Camp David. Spennrath nahm von seiner Geschenk-Idee wieder Abstand.

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"Große Löcher in Geschossböden"

62 Jahre lang rottete das Anwesen vor sich hin. Es war bestenfalls ein Geheimtipp für Wanderer. Ebenso wie die Gerüchte geriet auch die Villa in Vergessenheit. Doch ab Heiligabend 2018 soll das alte Gemäuer zu einem Spottpreis über Ebay versteigert werden. Das berichtet die Zeitung "Die Welt". Startgebot soll ein Euro sein, die Auktion ist auf sieben Tage angelegt. Der Solinger Personaldienstleister Claus-Dieter Wielowski wickelt die Auktion für eine Geschäftspartnerin ab. Die soll das Grundstück samt Ruine geerbt haben, so die "Welt". Wielowski reagierte auf Anfragen des stern nicht.

Wer zuschlagen will, sollte sich zuvor beim "Landschaftsverbands Rheinland" kundig machen. Denn die Villa ist nicht nur  idyllisch gelegen, sondern weist auch einige Macken auf. Beim Informationssystem "Kultur – Landschaft – Digital" heißt es: "Die Erkundung des frei zugänglichen Gebäudes ist indes nicht ungefährlich: In den Geschossböden befinden sich große Löcher und die Treppenaufgänge sind verfallen. Im Kellerbereich herrscht weitestgehend Dunkelheit und der aufgebrochene Stahlbeton mit den offenen Armierungseisen birgt eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr."

Drei Zimmer für Chauffeure

Wer das Gemäuer erkunden oder besichtigen will, sollte nicht nur eine Taschenlampe, sondern auch festes Schuhwerk und eine Kopfbedeckung mitbringen, empfiehlt das Portal. Architekt und Bauerherr hatten mehrere Annehmlichkeiten geplant: Im Obergeschoss liegen große Gästezimmer, im Untergeschoss sind drei Zimmer für Chaffeure angelegt. Große Fenster sollten viel Tageslicht herein lassen und eine gute Aussicht ermöglichen. Neben einem Kamin im Innern sollte ein zweiter Außenkamin an der überdachten Terrasse entstehen. Auch gab es wohl Pläne, einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Flach zu bauen.

Ob Adenauer jemals von den Plänen wusste, dass ihm ein Konzernchef eine Villa schenken wollte, ist bis heute nicht gesichert. Doch die Baugenehmigung ging innerhalb von zwölf Tagen im Juni 1955 beim zuständigen Amt durch. Noch pikanter: Der Architekt war Adenauers Schwiegersohn Heribert Multhaupt. Die Presse witterte Klüngel zwischen Politik und Wirtschaft. Im März 1956 stand der völlige Baustopp.

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sos
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?