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Nach Rettungsaktion der Mutter: IS-Rückkehrerin Aicha freigelassen

Die Geschichte ging um die Welt: Mutter Monique reiste nach Syrien, um Tochter Aicha aus einer IS-Hochburg zu retten. Nach der Rückkehr wurde Aicha zunächst festgenommen. Nun kommt sie wieder frei.

Bereits vor Monaten sprach Aichas Mutter Monique mit dem niederländischen Sender EenVandaag über die Radikalisierung ihrer Tochter. Dies ist ein Screenshot aus jenem Interview.

Bereits vor Monaten sprach Aichas Mutter Monique mit dem niederländischen Sender EenVandaag über die Radikalisierung ihrer Tochter. Dies ist ein Screenshot aus jenem Interview.

Ein Gericht in Maastricht hat am Dienstag die vorläufige Freilassung einer 19-jährigen Niederländerin angeordnet, die nach ihrer Rückkehr aus Syrien unter Terrorverdacht festgenommen worden war. Die als Aicha bekannte Heimkehrerin komme gegen Auflagen frei, gegen sie werde aber weiter ermittelt, unter anderem wegen "Beteiligung an einer terroristischen Gruppe", hieß es in einer Erklärung des Gerichts.

Medienberichten zufolge war die junge Frau, die nach dem Übertritt zum Islam ihren bürgerlichen Namen Sterlina ablegte, vor mehr als neun Monaten nach Syrien gereist, um einen niederländisch-türkischen Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu heiraten. Nachdem die Ehe scheiterte, wandte sich Aicha mit einem Hilferuf an ihre Mutter Monique, wie die Zeitung "Algemeen Dagblad" berichtete. Diese sei dann nach Syrien gereist, um ihre Tochter aus der IS-Hochburg Raka in die Türkei und von dort aus in die Heimat zu bringen.

Mutter wartet auf ihre Tochter

Der Staatsanwaltschaft zufolge begab sich die 49-jährige Monique nicht nach Syrien, sondern wartete an der türkisch-syrischen Grenze auf ihre Tochter. Diese wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft in den Niederlanden am Mittwoch vergangener Woche in Gewahrsam genommen. Im Fall ihrer Verurteilung wegen Teilnahme an IS-Kampfhandlungen drohen der jungen Frau bis zu 30 Jahre Haft.

Nach Angaben des niederländischen Geheimdiensts AIVD reisten bislang 130 Niederländer nach Syrien, um sich dem Kampf der Dschihadisten anzuschließen. 30 von ihnen kehrten demnach zurück, 14 weitere wurden bei Gefechten getötet.

feh/AFP / AFP
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