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Alkoholverbot in Magdeburg: Halbtrocken am "Hassel"

Am Hasselbachplatz in der Magdeburger Innenstadt gilt jetzt ein Alkoholverbot. Polizei und Stadtordnungsdienst versuchen, mit massiver Präsenz das Nachtleben am bei Jugendlichen beliebten Trink-Treffpunkt wieder in normale Bahnen zu lenken. Eine Ortsbegehung von Lars Radau

Der Tonfall der Polizistin ist nicht mehr ganz entspannt. "Hey, junger Mann - und was ist damit?" Sie zeigt auf einige leere Bierflaschen, die auf dem Bürgersteig liegen. Der Angesprochene, ein zierlicher, schwarzhaariger Jugendlicher in weiten Skater-Klamotten, zuckt resigniert mit den Achseln und beginnt, das Leergut einzusammeln. Als er einen Schritt nach vorne macht, stößt er beinahe die einzige noch stehende Flasche um. Die hatte einer seiner Kumpels gerade frisch geöffnet, als die Beamtin mit ihrem Kollegen auf die Gruppe zukam.

Belehrungen in Magdeburgs guter Stube

Doch die Belehrung, dass in Magdeburgs guter Stube, dem mit sanierten Gründerzeithäusern gesäumten Hasselbachplatz im Süden der Innenstadt, seit mittlerweile etwas mehr als einer Stunde ein Alkoholverbot gilt, muss der schätzungsweise 18-Jährige allein über sich ergehen lassen. Seine fünf Begleiter, die sich kurz zuvor noch breit grinsend demonstrativ zugeprostet hatten, ziehen es vor, das Geschehen aus einiger Entfernung zu beobachten.

Dumm nur: Bei ihrem eiligen Aufbruch haben sie ihre Rucksäcke liegen lassen. Verlegen grinsend tröpfeln sie einzeln zurück - und bekommen zusätzlich zur Belehrung von den Polizisten auch ein Faltblatt überreicht, auf dessen Rückseite eine dünne rote Linie die Grenzen des seit dem 1. Februar eingerichteten Alkohol-Sperrbezirks markiert. Innerhalb dieses Stadtplan-Karrees ist laut einer Allgemeinverfügung, die Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) erlassen hat, täglich von 18 Uhr bis sechs Uhr morgens der "Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit" sowie "das Mitführen von Glasflaschen" untersagt.

Beliebter Jugendtreffpunkt seit anderthalb Jahren

Bereits seit etwa anderthalb Jahren hat sich der "Hassel", wie die Magdeburger den Platz nennen, vor allem bei Jugendlichen als beliebter Treffpunkt zum Start ins Wochenend-Vergnügen etabliert. "Vorglühen" inklusive: Viele von ihnen tragen in Rucksäcken oder Jutebeuteln mitgebrachtes Bier und stärkere Alkoholika mit sich herum - in den umliegenden Clubs oder in der Disko sind die Getränke deutlich teurer.

Und für etliche war es offenbar bereits Vergnügen genug, mit dem Bierkasten unter dem Arm eine der vielen Bänke am Platz zu okkupieren und - mit steigendem Pegel - andere Grüppchen oder Passanten anzumachen. Anwohner und Gastronomen ärgerten sich zusehends über Lärm und die Scherben der gerne einfach in die Gegend gepfefferten leeren Flaschen. Zudem stieg auch die Zahl der registrierten Körperverletzungen im Viertel rund um den "Hassel" leicht an. "Meistens waren das Kloppereien angetrunkener Jugendlicher", sagt ein Polizist.

Gäste und normale Passanten fühlten sich nicht mehr sicher

Weil sich aber, wie Peter Ferbig, Gastronom und Sprecher der Interessengemeinschaft Innenstadt, sagt, "zunehmend auch unsere Gäste und normale Passanten" am Hasselbachplatz nicht mehr wirklich sicher fühlten, greift die Stadt jetzt durch. Ein weiterer Auslöser für das Alkoholverbot war laut Stadt-Sprecherin Cornelia Poenicke eine 15- bis 20-köpfige Jugendgruppe, die in der Silvesternacht am Hasselbachplatz ein Polizeiauto mit Flaschen bewarf und Feuerwerkskörper auf die Beamten abfeuerte. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können nun mit Bußgeldern bestraft werden - im Wiederholungsfall sind bis zu 2000 Euro fällig.

Der erste Abend des Verbots ist allerdings ganz offensichtlich noch ein Testlauf - für beide Seiten. Der Stadtordnungsdienst und die Polizei, die mit zwei demonstrativ vor bislang als Treffpunkt beliebten Bänken abgestellten Streifenwagen auch optisch Präsenz demonstriert, lassen es ruhig angehen. "Heute weisen wir nur auf die neue Regelung hin", sagt ein Polizist. Er lächelt. "Wenn nötig, natürlich auch mit gewissem Nachdruck." Sanktionen aber gebe es zumindest in der ersten Nacht noch nicht. Die Jugendlichen, die sich nach und nach im Grüppchen am "Hassel" treffen, wissen das natürlich nicht. Entsprechend unterschiedlich reagieren sie auf die kleinen Teams von Polizisten und Ordnungsdienst-Mitarbeitern, die das Gebiet durchstreifen.

Großer Bogen um die neongelbe Schulterpartie

Einige machen vorsichtshalber einen großen Bogen, sobald die neongelbe Schulterpartie der sonst dunklen Polizei-Uniformjacken ins Sichtfeld kommt. Andere lassen dann schnell ihre Getränke in ihren Jutebeuteln oder Rucksäcken verschwinden. Ein paar Jugendliche nehmen demonstrativ einen weiteren Schluck aus der Pulle und gehen direkt auf die Polizisten zu - um zu diskutieren. "Jetzt ist es das Viertel um den Hassel", sagt André, "dann wird die Sperrzone ausgeweitet". Und bald dürfe man in ganz Magdeburg keinen Alkohol mehr trinken, unkt der 19jährige schlacksige Brillenträger. Die Regelung hält er für ausgemachten Unsinn. "Was wollen die denn machen, wenn wir uns einfach am Allee-Center treffen?" Das große Einkaufszentrum mitten im Zentrum Magdeburgs liegt - noch - nicht in der Sperrzone.

Den "Bierflaschenweitwurf" und die "Beulereien", die es am "Hassel" gegeben hat, findet allerdings auch André "ziemlich dämlich". Auf der anderen Seite, sagt er, hätte die Stadt hier auch schon früher die Möglichkeit gehabt, auf die Entwicklung Einfluss zu nehmen. "Wenn es hier von Anfang an mehr Polizeipräsenz gegeben hätte, wäre die Situation nicht so eskaliert." Er hält es nicht unbedingt für einen Zufall, dass die Stadtverwaltung ausgerechnet jetzt, im kalten Februar, aktiv werde. "Im März ist schließlich Oberbürgermeisterwahl". Und wenn bis dahin am "Hassel" etwas mehr Ruhe eingekehrt sei, profitiere Amtsinhaber Trümper.

So weit denken Martin, Pierre und "Fischer" nicht. Die 17- und 18-Jährigen stehen im Schein der gelb-roten Leuchtreklame des "Bingöl-Grill", in dem sich die Nachtschwärmer am "Hassel" mit Döner versorgen, und wirken etwas unschlüssig, was sie nun tun sollen. Lust auf ein Katz-und-Maus-Spiel mit Polizei und Ordnungsdienst haben sie nicht. Einerseits. Andererseits haben sie noch ein paar nicht angebrochene Bierflaschen im Gepäck. "Eigentlich können wir die auch später trinken", sagt einer der drei. "Woanders." Der kalte Wind, der auf den Hasselbachplatz weht, erleichtert die Entscheidung erheblich. Das Trio verschwindet in im "Flower Power", einer Musikkneipe auf der anderen Straßenseite.

Fahrradfahren ohne sich einen Platten zu holen

Dort steht der 26-Jährige Daniel Selchow hinter dem Tresen. Flaschenbier hat auch er im Angebot - ausdrücklich für den Verzehr im "Flower Power". Dass die Stadt jetzt aktiv wird, findet er "durchaus in Ordnung". Allerdings weniger als Gastronom - für die meisten Wirte am Platz gehören die Jugendlichen "eher nicht zur Hauptzielgruppe" - sondern vielmehr als Anwohner. "Vielleicht kann ich hier ja demnächst auch am Wochenende wieder mit dem Fahrrad fahren, ohne mir einen Platten einzufangen." Denn eigentlich, sagt Selchow, sei das Leben am "Hassel" ganz entspannt.

Lars Radau
VERNUFT -- grundsätzlich als KRIMINELL definiert ??
Kinder und Hartz4-Empfänger werden „zur Vernunft“ diszipliniert. Persönliches Fortkommen, ohne Stillstand, ist das, was man vorgibt. Zweifel seien unvernünftiges Verhalten; Widerspruch, krankhaftes. Rationales oder pragmatisches Verhalten wird nur der „Führung“ (also dem Regierungs- und Verwaltungsapparat) zugebilligt. Nirgends ist ein demokratische Verhalten hinsichtlich der „Führung“ definiert. Demokratie bedeutet: man gibt der gewählten Führung den Auftrag, dem Volk (exakt dem Wohl des Einzelnen) zu dienen. Statt dessen werden Gruppeninteressen vertreten, die ein starkes Veto einlegen oder die Richtung (eigene Vernunft) straffrei umsetzen dürfen. Was ist Vernunft ? Wir kennen nur „unsinnige“ Gruppeninteressen, wie a) den Bau eines Schutzwalles gegen Imperialisten b) den Bau eines weltbedeutenden Drehkreuz-Flughafens (als Abschreckung der Konkurrenz) c) die Einführung von Hartz4 (Motto: nur Billig-Arbeit macht reich) d) eine Mobilität, wo Jedem erlaubt wird so schnell zu fahren, wie er sich es finanziell leisten kann e) ein gewinnorientiertes Verhalten, das „Schwache“ (entgegen der Gesetzeslage) „übertölpelt und ausraubt“; 1) Menschen werden kaufsüchtig / spielsüchtig / sexsüchtig gemacht, mit staatlicher Förderung >> Vogelfreiheit 2) der Enkeltrick ist eine Ableitung des kapitalistischen Systems >> SUB-Randgruppe gegen SUB-SUB-Randgruppe Vernunft heißt ursprünglich: „den eigenen Trieben Einhalt zu gebieten -- Anderen Freiheiten zu geben !!“ (Antikes Rechtsmotto) „Vernunft heißt, Anderen Frieden zu gewähren und Selbst im Gegenzug zu beziehen“ (Biblisches Gemeinwohl ) Warum geht das nicht in einer DEUTSCHEN Demokratie ? Fehlt den Deutschen die Einsicht ? Fehlt den Deutschen ein demokratisches Verständnis ? .. oder sogar Beides ? Oder kann sich in Deutschland nur jemand (verhaltensgestörtes Egozentrisches) politisch an die Spitze setzen, der BEIDES eben gerade nicht praktiziert und umsetzt, gegen die Schwächeren „vernünftig Handelnden“ ???? ... ähnlich, wie das bei kriminellen Banden die Regel ist ? Ist kriminelle Egozentrik nicht die beste Vernunft ? ... Resumee: das sollten die Kinder und Hartz4-Empfänger angeleitet werden, solches ebenfalls umsetzen ? ... sich nicht manipulirren / ausnutzen zu lassen, um nicht in einer Endlosschleife einer Opferrolle zu verharren ?