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Altersvorsorge: Rente steigt langsamer als Löhne

Die Rente ist sicher - nur ihre Höhe nicht. Während sich das Durchschnittseinkommen in den kommenden Jahren um die Hälfte erhöht, steigt das Rentenniveau voraussichtlich um 34 Prozent. Wer im Alter mit dem Einkommen auskommen will, muss zusätzlich vorsorgen.

Das Niveau der gesetzlichen Rente wird bis zum Jahr 2025 im Vergleich zu heute um etwa zehn Prozent sinken. Während das aktuelle Sicherungsniveau bei 50,8 Prozent vor Steuern liegt, reduziert es sich bis zum Jahr 2025 auf 45,2 Prozent. Dies geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Das Schreiben, über das die "Passauer Neue Presse" berichtete.

Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das Verhältnis zwischen der Rente, die ein Durchschnittsverdiener nach 45 Jahren erhält, und dem aktuellen Durchschnittseinkommen an. Das Ministerium geht nach diesen Angaben davon aus, dass sich das Durchschnittseinkommen von derzeit 30.268 Euro auf 46.700 Euro erhöht. Das ist eine Steigerung um 54 Prozent. Die Renten erhöhen sich im selben Zeitraum lediglich um knapp 34 Prozent. Die Folge ist, dass das Rentenniveau sinkt.

Ein Ministeriumssprecher wies auf Anfrage darauf hin, dass auf das sinkende Rentenniveau seit Jahren aufmerksam gemacht werde. Die Zahlen seien daher keine Überraschung. Auch im jüngsten Rentenbericht der Bundesregierung finden sich diese Hinweise. Deshalb rate man zur zusätzlichen Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente.

Linke fordert gesetzliche Mindestrente

Linksparteichef Klaus Ernst erneuerte in der Zeitung seine Forderung nach einer gesetzlichen Mindestrente: "Die Renten sind im freien Fall. Es muss eine verbindliche Untergrenze geben, die Altersarmut verhindert." Niemand dürfe im Alter weniger als 850 Euro im Monat haben. Von kommender Woche an will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) über die Vermeidung von Altersarmut im Rahmen des "Regierungsdialogs Rente" sprechen. Derzeit gelten etwa 2,4 Prozent oder 400.000 Rentner als arm und sind auf staatliche Unterstützung angewiesen.

swd/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?