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25 Jahre nach "Zwischenfall": Er wurde im Flugzeug geboren - das ist seine Geschichte

Er gehört zu wenigen Menschen, die über den Wolken das Licht der Welt erblickten: Erkan Geldi wurde auf einem Flug nach Frankfurt geboren. 25 Jahre später ist er fast täglich wieder in der Luft und ist auf eine besondere Situation gut vorbereitet.

Flugbegleiter in der Kabine

Erkan Geldi arbeitet als Flugbegleiter in der Kabine einer Maschine von Turkish Airlines

"Meine Mutter hatte Angst vorm Fliegen", erzählt Erkan Geldi. Den ersten Flug in ihrem Leben absolvierte sie 1990. Sie war damals schwanger und flog von Istanbul nach Frankfurt, um ihren Mann in Deutschland zu besuchen. Doch noch an Bord setzten plötzlich heftige Wehen ein. Noch bevor die Maschine landen konnte, musste die Crew über die Lautsprecher nachfragen, ob sich unter den Passagieren ein Arzt befinde.

Geldis Mutter hatte großes Glück: Ein junger Gynäkologe befand sich an Bord der Maschine von Turkish Airlines. So landete das Neugeborene als erstes in den Armen der Kabinenchefin und erhielt später den Namen des Piloten: Erkan, Jahrgang 1990. Er gehört zu den wenigen Babys, die an Bord eines Flugzeuges geboren sind.

"Jeder Tag ist für mich ein neues Abenteuer"

"Mein Vater arbeitete in Deutschland und wir besuchten ihn jedes Jahr zwei Mal", berichtet Geldi in einem Interview mit der US-Website "Road Warrior Voice". Mit der Crew von damals blieb die Familie nach dem aufregenden Geburtserlebnis in Kontakt. "Jedes Mal, wenn ich ein Flugzeug sah, fragte ich mich, wie es sein müsste, dort zu arbeiten." Noch Jahre vergingen, bis er sich diese Frage beantworten konnte.

Der Flugbegleiter draußen vor dem Logo

Erkan Geldi steht vor dem Logo von Turkish Airlines


Zunächst studierte Geldi an der Universität von Balıkesir, einer Stadt südöstlich von Istanbul, und wurde Englischlehrer. Vor einem Jahr bewarb er sich bei Turkish Airlines, durchlief die Ausbildung zum Flugbegleiter und fliegt seitdem durch die Lüfte.

Im Rahmen seiner Vorbereitung auf den neuen Job als Kabinensteward musste er "viele verschiede Notsituationen trainieren", wie er berichtet. Geldi ist auf alle Fälle vorbereitet. Auf einen ganz besonders. "Vielleicht wird eines Tages bei einem meiner Flüge ein Baby geboren."

tib