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Angriff mit Besenstiel: Gefährliche Ostermesse für Bischof von Münster

Mit einem Weihrauchgefäß hat der Bischof von Münster bei der Ostermesse den Angriff eines Mannes abgewehrt, der mit einem abgesägten Besenstil auf ihn losgehen wollte.

Mit einem abgebrochenen Besenstiel hat ein offenbar psychisch kranker Mann während des Ostergottesdienst in Münster Bischof Felix Genn attackiert. Der Geistliche wehrte den Angriff mit Hilfe seines Weihrauchfasses ab und blieb unverletzt, wie die Polizei mitteilte.

Die Messe hatte gerade erst begonnen, als der 44-jährige Angreifer mit einem etwa ein Meter langen abgebrochenen Besenstiel bewaffnet in den Altarraum stürmte. "Er schwang den Stock wild durch die Luft, lief zur Osterkerze und stieß diese mitsamt dem Ständer zu Boden", erklärte der Polizeisprecher. Anschließend lief der Angreifer auf Bischof Genn zu, der 60-Jährige konnte sich aber verteidigen. Zum Zeitpunkt der Störung war der Dom bis auf den letzten Platz mit Gottesdienstbesuchern gefüllt.

"Couragierte Vertreter der Kirche und weitere Gottesdienstbesucher konnten den Mann bis zum Eintreffen der Polizei festhalten", sagte der Polizeisprecher. Gegen den 44-Jährigen wurde eine Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Störung der Religionsausübung erstattet. Was der Angreifer mit der Aktion bewirken wollte, ist laut Polizei noch unklar: "Der Mann befand sich in einem Zustand, in dem er nicht ansprechbar war", hieß es. Der 44-Jährige wurde in eine neurologische Fachklinik eingeliefert und bislang nicht vernommen. Laut Polizei ist er bereits mehrfach wegen psychischer Probleme in Erscheinung getreten.

Zunächst hatten die Ermittler mitgeteilt, der Angreifer sei zwar in Richtung des Bischofs gelaufen, habe aber vorher angehalten. Diese Fehlinformation erklärte die Polizei später damit, dass Bischof Genn den Gottesdienst zu Ende gefeiert habe; erst dann habe man ihn befragen können.

APN, AFP
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