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Erschossener Terrorverdächtiger: Die Akte Anis Amri

Der Terrorverdächtige Anis Amri ist tot. Für die deutschen Behörden war er "mit großer Wahrscheinlichkeit" für den Anschlag von Berlin verantwortlich. Die wichtigsten Fragen zum Fall.

Der in Mailand erschossene Terrorverdächtige Anis Amri, den Ermittler hinter dem Anschlag von Berlin vermuten

Der in Mailand erschossene Terrorverdächtige Anis Amri, den Ermittler hinter dem Anschlag von Berlin vermuten

Anis Amri war nach dem Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt der meistgesuchte Mann Europas. Immer wieder soll er gesichtet worden sein, in Berlin, in Düsseldorf, sogar in Dänemark. Der tödliche Schuss aus einer Polizeiwaffe trifft den 24-jährigen Tunesier am Morgengrauen in Italien. Viele offene Fragen dürften nun unbeantwortet bleiben. 

Was soll er getan haben?

Die Ermittler sind sich sicher, dass Anis Amri (24) bei einem Terroranschlag am Montagabend einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert und mindestens zwölf Menschen getötet hat. Mehr als 50 weitere Besucher des Marktes wurden verletzt. Europaweit wurde nach Amri gefahndet, am Donnerstagabend wurde Haftbefehl gegen Amri erlassen. 

Wieso ist man so sicher, dass er mit dabei gewesen sein könnte?

Die Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen wurden am Fahrerhaus des Lastwagens sichergestellt, der am Montagabend in die Menschenmenge gerast ist. Außerdem wird eine Geldbörse Amris im Lkw entdeckt.  


Und wie kam man auf ihn?

Die gefundenen Papiere lagen im Fußraum des Lastwagens, der für den Anschlag benutzt wurde. Das passierte aber erst am Tag nach dem Anschlag, weil die Fahrerkabine zunächst versiegelt worden war. Das Führerhaus war erst durchsucht worden, nachdem der Lkw am Dienstag abgeschleppt worden war.

Wann kam Amri nach Deutschland?

Amri reiste im Juli 2015 nach Deutschland ein. Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) tauchte er erst in Freiburg, dann in Nordrhein-Westfalen und schließlich in Berlin auf, wo er seit Februar 2016 überwiegend gelebt haben soll. 

Weiß man, wo er unter anderem gewohnt hat?

Gemeldet war Amri laut "Spiegel Online" unter anderem in Emmerich im Kreis Kleve (NRW). Dort durchsuchten Beamte nach dem Anschlag eine Flüchtlingsunterkunft.

Hat er einen Asylantrag gestellt? 

Ja, sein Antrag wurde aber im Juni dieses Jahres abgelehnt. Eine Abschiebung nach Tunesien scheiterte jedoch, weil er keinen Pass hatte. Seit Dezember galt Amri als untergetaucht. 

Wussten die Behörden, dass er gefährlich war?

Für die Behörden war er kein unbeschriebenes Blatt. Amri wurde in Berlin von März bis September dieses Jahres überwacht, weil es nach Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft Hinweise gab auf einen geplanten Einbruch. In dieser Zeit galt er auch als sogenannter Gefährder - damit sind unter anderem radikale Islamisten gemeint, denen schwere Straftaten zugetraut werden. Beweise für konkrete Anschlagspläne haben die Ermittler aber nicht gefunden.

Weiß man, wo Amri nach dem Attentat gewesen ist?

Zumindest sein Weg nach Italien ist grob bekannt. Er soll nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa von Frankreich nach Italien gereist sein. Aus Chambéry kommend, fuhr er über Turin mit der Bahn nach Mailand. Darauf habe er sich zum Bahnhof Sesto San Giovanni im Großraum der Metropole begeben, wo er wenig später erschossen wurde.

War er ein Terrorist der Allianz "Islamischer Staat" (IS)?

Das behauptet zumindest das IS-Sprachrohr Amak. Es hat ein Video veröffentlicht, auf dem Amri zu sehen sein soll. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme, die allem Anschein nach in Berlin aufgenommen wurde, schwört er dem IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue. Die Echtheit der Aufnahme wird aber nicht unabhängig bestätigt. 

Gab es auch Kontakte zu den Salafisten? 

Die Sicherheitsbehörden hatten nach "Spiegel"-Informationen vor Monaten vage Hinweise darauf, dass sich Amri im Chat mit einem Hassprediger als möglicher Selbstmordattentäter anbot. Entsprechende abgefangene Äußerungen von Amri seien aber so verklausuliert gewesen, dass sie nicht für eine Festnahme gereicht hätten.  

Und kannte Amri auch den Hildesheimer Salafisten-Prediger Abu Walaa?

Hinweise auf enge Kontakte Amris zum kürzlich verhafteten Abu Walaa haben die Ermittler nicht. Der Tunesier habe zwar in Salafistenkreisen verkehrt und sei auch in entsprechenden Wohnungen gewesen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Auch NRW-Innenminister Ralf Jäger, sagte, Amri habe Kontakt zur radikal-islamistischen Szene gehabt. Ein wichtiges Teil eines salafistischen Netzwerkes soll er aber wohl nicht gewesen sein. 

Hat Amri auch in anderen Ländern seine Spuren hinterlassen?

Ja, auch in anderen Ländern war er kein unbeschriebenes Blatt: Medienberichten zufolge wurde er in Italien und Tunesien bereits zu langen Haftstrafen verurteilt.

Weiß man etwas über seine Zeit in Tunesien?

Nach Angaben seines Bruder Walid hat Anis Tunesien verlassen, weil er wegen Diebstahls eines Lastwagens zu Haft verurteilt worden war. Anis sei weder extremistisch noch religiös gewesen. Er soll aus einer armen Familie stammen, die in dem Ort Oueslatia rund 140 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tunis wohnt. 

War Amri wirklich beim Anschlag im Lkw? 

Das scheint zumindest deutlich, aber es ist nicht vollkommen geklärt. Vielleicht wurden seine Papiere auch als Bekenntnis oder als falsche Fährte absichtlich im Lkw abgelegt. Es könnte auch sein, dass sie im Kampf mit dem später erschossenen polnischen Speditionsfahrer verloren gingen, dessen Leiche auf dem Beifahrersitz gefunden wurde. "Die Tatbeteiligung ist überhaupt nicht geklärt", sagt NRW-Minister Jäger.

Wie gelangte der Täter an den Lastwagen?

Polnische Medien berichten unter Berufung auf die Spedition von GPS-Daten, die zeigten, dass der Wagen in Berlin am Tag der Tat ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei. Um diese Uhrzeit riss der Kontakt zwischen Spedition und Fahrer ab. Was dann bis zum Anschlag passierte ist nicht klar. 

Wo ist Amri nach dem Ende der Observation in Berlin abgeblieben? 

Bis September wurde er überwacht, dann verliert sich seine Spur. Die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichten, er sei im Dezember untergetaucht.

Was ist mit den Papieren aus Tunesien?

Nach Angaben des NRW-Innenministers Ralf Jäger trafen die für eine Abschiebung notwendigen Ausweispapiere aus Tunesien erst am Mittwoch, zwei Tage nach der Bluttat, in Deutschland ein.

War Amri ein Einzeltäter?

Amri könnte auch Komplizen gehabt haben. Es muss geklärt werden, ob er von außen gesteuert wurde oder aus eigener Initiative gehandelt hat. Nach seinem Tod konzentrieren sich die Ermittlungen zum Anschlag deshalb auch auf mögliche Helfer des Tunesiers.

Martin Oversohl / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.