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Anklage wegen Vergewaltigung Priester aus dem Emsland vor Gericht


"Dann kommst du nicht in den Himmel..." Mit dieser Drohung soll ein katholischer Priester aus dem Emsland ein 14-jähriges Mädchen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat am Dienstag Anklage erhoben.

Wegen Vergewaltigung hat die Osnabrücker Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Emsland erhoben. Der heute 50-Jährige soll vor mehr als 20 Jahren ein damals 14 Jahre altes Mädchen zweimal zum Sex gezwungen haben, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Alexander Retemeyer, am Dienstag.

Nach Angaben der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) ereigneten sich die Übergriffe im Mai und Juni 1990 in der Kaplanei der St. Martinus-Gemeinde in Haren im Emsland.

Der Geistliche soll nach Aussagen des Opfers auch damit gedroht haben, die seinerzeit 14-Jährige komme nicht in den Himmel, wenn sie sich ihm verweigere, erklärte Retemeyer. Die Frau hat dem Pfarrer weitere sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Für eine Anklage in diesen Fällen seien ihre Erinnerungen aber nicht mehr konkret genug, sagte Retemeyer.

Der angeklagte Priester gelte laut NOZ als führender Kopf der "Christusgemeinschaft", einer unter den Katholiken des Bistums umstrittenen neuen geistlichen Gemeinschaft. "Möglicherweise sind die Übergriffe wegen der als charismatisch empfundenen Ausstrahlung des Angeschuldigten und einem spirituellen Abhängigkeitsverhältnis der Geschädigten zu ihm von ihr ertragen worden", zitiert die Zeitung die Erklärung der Staatsanwaltschaft.

jwi/DPA DPA

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