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Anschläge von Norwegen: Keine Spur von Alltag an Oslos Ground Zero

Die strenge Isolationshaft von Anders Breivik wird am Montag aufgehoben. Ein rein symbolischer Akt. Denn drei Monate nach den Anschlägen sind die Wunden von Oslo noch lange nicht verheilt.

Von Horst von Buttlar

Die Wunde ist abgeriegelt. Mitten im Zentrum Oslos erhebt er sich, ein langer Bauzaun, mehr Festung als Absperrung: Unten Betonschutzwände, die man von Autobahnen kennt, darüber zweieinhalb Meter hohe Bretter aus hellem Holz. Touristen versuchen durch die Schlitze zu lugen, an einer Stelle ist eine graue Tür, auf der ein Zettel klebt: "Finansdepartementet".

Es ist Mittagszeit, ab und zu kommen Menschen, ziehen ihren Ausweis für das Sicherheitssystem. "Es ist schon merkwürdig, hier jeden Tag durchzumüssen", sagt ein Ministeriumsmitarbeiter. "Wir haben uns dran gewöhnt, trotzdem wird man dauernd daran erinnert. Aber es ist ja auch jeden Tag ein Thema."

Sie alle wurden verteilt, auf Büros in der ganzen Stadt, Mitarbeiter des Justizministeriums kamen ins Gesundheitsministerium, viele werden noch lange warten müssen, bis sie ihre Zimmer wieder beziehen können.

Und hinter dem Bauzaun sieht man sie dennoch, die Wunde der Zerstörung an Oslos Ground Zero: Hier explodierte vor knapp drei Monaten die Bombe, am 22. Juli um 15.26 Uhr, mitten im Herzen der Stadt, im Regierungsviertel. Acht Menschen wurden getötet, zehn verletzt. Der Ort stand danach ein wenig im Schatten der Insel Utøya, diesem Idyll, auf dem der Attentäter Anders Behring Breivik 69 Menschen, darunter meist Jungendliche, ermordete. Doch der hohe Zaun erinnert auch hier jeden Tag daran.

An einer Stelle ist eine Vitrine, in der Zeitungen gewöhnlich ihre Titelseiten zeigen; das Glas ist immer noch geborsten, es hält, aber ist blind, dahinter sind die Ausgaben des 22. Juli. Wie ein Mahnmal, als sei die Zeit stehen geblieben, die Geschichten für immer eingefroren. Fotos mit Merkel, Papandreou, Sarkozy. Sie lachen, Griechenland wurde gerade gerettet. Am Tag darauf war Norwegen verloren.

Ende der Isolationshaft ändert wenig für Breivik

Am diesem Montag nun gibt es eine kleine symbolische Zäsur, in der schwierigen Aufarbeitung der Anschläge: Die strenge Isolationshaft des Attentäters Anders Behring Breivik wird aufgehoben. "Wir werden die vollständige Isolation nicht über den 17. Oktober hinaus verlängern", hat Christian Hatlo, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, gesagt.

Allerdings werde Breivik, der im Hochsicherheitsgefängnis von Ila bei Oslo sitzt, weiterhin getrennt von anderen Häftlingen inhaftiert sein. Nur die Kontaktsperre wird aufgehoben. "In Wirklichkeit wird sich wenig für ihn ändern", bekräftigte Hatlo. Es gebe strenge Auflagen, vor allem keine Gespräche mit Medien.

Denn das war eines der großen Streitpunkte nach den Anschlägen: Wie viel Öffentlichkeit darf es geben, damit es keine Inszenierung wird, darf man solch einem Menschen überhaupt ein Forum bieten? Nein, beschlossen die Behörden, der Täter wird vollständig abgeschottet.

Natürlich ist das Thema, das, wie es im Sommer hieß, "Norwegen die Unschuld genommen" hat, seitdem trotzdem nahezu jeden Tag in den Zeitungen. Immer wieder geht ed um das Unfassbare, was nicht verhindert werden konnte, vor allem um die Rolle der Polizei und das Versagen der Behörden. Mit "mehr Demokratie und mehr Freiheit" wollte Norwegen reagieren, so hatte es Jens Stoltenberg, der Ministerpräsident gesagt.

Norweger strafen Rechtspopulisten ab

Zumindest die Kommunalwahlen Mitte September hatten diese Absicht bekräftigt: Die rechtspopulistische Fortschrittspartei, mit der Breivik sympathisiert hatte, verlor damals dramatisch, gegenüber 2007 sechs Prozentpunkte. Im Vergleich zur Parlamentswahl 2009 halbierte sich sogar die Stimmenanzahl. Doch aufgearbeitet ist damit noch nichts.

Über ein Dutzend Mal wurde Breivik verhört, insgesamt rund 100 Stunden. Immer noch sind die Ermittler überzeugt, dass er ein Einzeltäter war. Als "einsamer Wolf" hat ihn der norwegische Geheimdienst bezeichnet. 467 Überlebende und 319 Zeugen hat die Polizei vernommen, über 500 weitere Verhöre wurden durchgeführt.

Prozess gegen Breivik erst 2012 erwartet

Eine zehnköpfige Kommission wird ein Jahr untersuchen, was dem Land widerfahren ist: Die Rolle der Behörden, der Polizei, den Schutz des Regierungsviertels, die Regeln zum Waffenbesitz. Der Prozess gegen Brevik wird erst im kommenden Jahr eröffnet.

Zu viel muss geklärt, aufgeklärt und untersucht werden. So haben etwa polnische Behörden erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass im Zuge der Ermittlungen 19 Personen verhaftet wurden. Der Verdacht: Besitz und Produktion von Sprengstoff. Zehn dieser Personen sollen nun wegen unerlaubten Besitzes von Sprengstoffen angeklagt werden.

Ihnen drohen bis zu acht Jahre Haft. Norwegen hatte Polen gebeten, alle Verbindungen mit dem Attentäter zu rekonstruieren. Anders Breivik hatte für seine Anschläge über das Internet bei einer Firma aus Breslau Chemikalien gekauft. Über hundert Hausdurchsuchungen hat es seitdem gegeben.

Auch Kontakte zu deutschen Neonazis wurden zwischenzeitlich untersucht - Auslöser war eine umfangreiche E-Mail-Verteilerliste Breiviks, die norwegische Fahnder an ihre deutschen Kollegen weitergeleitet haben.

Filmprojekt sorgt für Streit

Wie hochsensibel das Thema ist, zeigte sich auch vor einigen Tagen: Da wurde bekannt, dass der US-Produzent George Anton einen Film über das Massaker auf der Insel Utøya plant - um damit für strengere Waffengesetze zu werben. Allein schon der 38-Sekunden-Trailer, der auf Youtube zu sehen ist, sorgte für Aufregung: Mit dramatischer Musik untermalt werden nachgestellte Szenen gezeigt, schreiende Kinder, die ins Wasser springen. Der Attentäter kommt nicht auf einer Fähre, sondern im Ruderboot.

"Auf einer Insel der Ruhe", heißt es in Einblendungen, "lief ein norwegischer Mann Amok und tötete 69 Kinder Gottes. Achte auf den Geist, der hinter den Attentaten steckt."

Die Polizei von Oslo, berichtete die Zeitung "Verdens Gang", forderte den Filmemacher auf, den Trailer aus dem Internet zurückzuziehen - was bisher nicht geschehen ist. Auf Youtube ist er allerdings als "potentiell beleidigend" eingestuft. Für die Angehörigen, so die Polizei, sei das Filmprojekt "Utøya Island" eine Qual. Taktlos sei der Film, kritisierte auch ein Rechtsanwalt der sozialdemokratischen Jugend.

Die Wunden, sie werden noch lange nicht verheilen. Auch die in Oslos Zentrum nicht, selbst wenn es hier nur um materiellen Schaden geht. Es fällt auf, dass an vielen Häusern die Fenster immer noch mit Holzplatten verrammelt sind. Sogar an einer nahe gelegenen Kirche sind diese Platten. Wie helle Augenklappen, die eine Verletzung notdürftig verdecken. "Wir sind immer noch mit Aufräumen beschäftigt", sagt ein Sicherheitsmann, "außerdem fehlt es an Nachschub für Fenster."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(