HOME

Anti-Papst-Demo in Berlin: "Josef, nimm Deine Sexualität an"

Schwule, Heimkinder, Atheisten, Gläubige: Rund 9000 Menschen demonstrierten in Berlin gegen den Papst-Besuch. Und David Berger wunderte sich über den Applaus im Bundestag.

Von Caspar Schlenk

Der Papst hat einen Penis auf seine Bischofsmütze geklebt, die Lippen knallrot bemalt, aus seinem weiten Ausschnitt quellen die Brusthaare. Seine Robe ist ebenfalls in knalligem Rot. Er redet nicht vor dem deutschen Bundestag, sondern tanzt verträumt zu harten Elektro-Beats auf einem Wagen der Demonstration gegen den echten Papst Benedikt XVI.

Und er ist nicht das einzige Geistliche auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Von den rund 9000 Menschen hatten sich viele als Nonnen, Priester, Bischöfe und Päpste verkleidet. Über 70 Organisationen hatten zu dem Protest gegen die Sexualpolitik der katholischen Kirche aufgerufen. "Keine Macht dem Dogma" war das Motto des Umzuges vom Potsdamer Platz zum Bebelplatz - eine Mischung aus Protest, Party und Christopher Street Day.

Zwischen schwulen Pfarrern und Kondomen

Mario Stara steht vor dem Demo-Truck mit der Bühne. Er ist extra für die Demonstration aus Bremen angereist, auf seinem T-Shirt klebt ein Sticker im Design einer Zigaretten-Schachtel. "Homophobia kills" steht dort als Warnung - Homophobie tötet. "Ich finde es unmöglich, dass der Papst, der solche menschenverachtende Ansichten vertritt, im Bundestag reden darf", sagt Stara, "ansonsten kämpft die Bundesregierung doch dagegen." Er meint damit vor allem die Schwulenfeindlichkeit und Benachteiligung der Frauen in der katholischen Kirche.

Neben Strada steht in der Menschenmenge ein großes, hellblaues Kondom. Unter dem Kostüm steckt Heike Müller. Sie arbeitet für das Gesundheitsamt Charlottenburg und wirbt mit ihrem Kostüm eigentlich auf Veranstaltungen für Verhütung. Anlässlich des Papst-Besuches hat sie ihre Verkleidung wieder herausgeholt: "Das Kondomverbot der katholischen Kirche hat durch die schnelle Verbreitung von AIDS katastrophale Folgen für Afrika, Asien und Lateinamerika", sagt sie. Deswegen stellt sich gegen den Papst.

Auf der Bühne des großen Trucks haben sich die beiden schwulen, katholischen Pfarrer Norbert Reicherts und Christoph Schmidt aus Köln eingefunden. Die beiden hatten im Vorfeld des Papst-Besuches für einen Eklat gesorgt, weil sie in einer Kreuzberger Kirche eine Messe halten wollten. Schmidt wendet sich auf der Bühne direkt an den Papst: "Josef, nimm deine Sexualität an, denn sie ist vom heiligen Geist." Nach ihrem Outing hatten die beiden Pfarrer ihren Job bei der Kirche gekündigt, aus Sorge vor Repressionen.

Im Namen des Herrn missbraucht

Nach den Kundgebungen kommen verschiedene Wagen auf den Potsdamer Platz gefahren. Verdi, der Lesben- und Schwulenverband sowie Pro Familia haben Wagen mit Regenbogenfahnen geschmückt und mit Musikanlagen bestückt. Auf einem Wagen trommeln sechs Frauen in rotem Nonnendress wie wild, an dem Auto der Antifa hängt ein Banner mit der Aufschrift: "Hätt' Maria abgetrieben, wäre uns das erspart geblieben." Etwas weiter hinten wankt eine große Nonnenpuppe, die in der einen Hand ein Kreuz und in der anderen einen Stock hält.

Etwas abseits der Puppe läuft Liane Mueller-Knuth. Fünf Jahre ihrer Kindheit hat sie in einem katholischen Heim verbracht, hat Gewalt und sexuelle Übergriffe durch den Pfarrer ertragen müssen. "Ich demonstriere heute, denn das Thema darf nicht vergessen werden", sagt die 63-Jährige. Gewünscht hätte sie sich, dass der Papst die Heimkinder in seiner Rede erwähnt. Sie fordern immer noch Entschuldigung und Entschädigung. "Wir tragen diesen Last mit uns rum und habe einen Teil der Last auf unsere Kinder übertragen", sagt Mueller-Knuth. Die größte Angst vieler ehemaliger Heimkinder sei es, auch im Alter wieder in ein Heim zu müssen, schon deswegen wolle man endlich eine finanzielle Entschädigung.

Homosexualität weiterhin widernatürlich

Der Demo-Zug schlängelt sich am Tiergarten vorbei und biegt am Holocaust-Denkmal ab. Am Bebelplatz hält der erste Wagen wieder. Immer mehr Jugendliche haben sich auf dem Platz versammelt, tanzen zu elektronischen Beats. Die Hundertschaften der Polizei schlängeln sich durch die Menge, der Polizeihubschrauber dreht seine Runden. David Berger steht nun auf der Bühne, er kommt gerade aus dem Bundestag und hat dort die Rede des Papstes verfolgt. "Es sollte ein Signal sein, gegen den Vorwurf: Ihr motzt ja nur und hört nicht zu", erklärt Berger seine Anwesenheit bei der Rede. Sein Fazit: Der Papst habe den "Naturrechtsbegriff" wieder aufgefrischt. Damit könne er weiterhin erklären, dass Homosexualität widernatürlich und die Unterordnung der Frau gegeben sei. "Es hat mich gewundert, wie viele Angeordnete geklatscht haben", sagt Berger, der selbst lange als katholischer Theologe für den Vatikan gearbeitet hat und nach seinem Outing alle Ämter aufgeben musste.

Noch klarer ruft es Michael Schmidt-Salamon von der Giordano-Bruno-Stiftung in den Berliner Nachthimmel: "Der Papst gehört nicht in den Bundestag, der Papst gehört vor ein internationales Gericht."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(