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Aufschub abgelehnt Umstrittene Hinrichtung in Missouri findet statt


Knapp eine Stunde vor Vollstreckung hatte der Oberste Gerichtshof der USA die Exekution des verurteilten Mörders Russell Bucklew ausgesetzt. Der Aufschub währte jedoch nur kurz.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte in letzter Minute die Hinrichtung des Mörders Russell Bucklew in Missouri aufgeschoben. Nun jedoch die dramatische Wende: Nur wenige Stunden, nachdem der Vollstreckungstermin ausgesetzt wurde, entschied ein Gericht, dass die Exekution doch stattfinden dürfe. Dies meldeten Lokalmedien Dienstagnacht.

Die Exekution solle nun wie geplant eine Minute nach Mitternacht stattfinden, schrieb der "Southeast Missourian". Bucklew hatte sich mit Hinweis auf seine gesundheitliche Verfassung juristisch gegen die Verabreichung der Giftspritze gewehrt.

Hirnblutung und starke Schmerzen befürchtet

Die Anwälte Bucklews argumentierten, die Giftspritze könnte einen Wirkstoff enthalten, der bei ihm einen Todeskampf mit schlimmen Qualen auslöse. Nach Angaben seiner Anwälte muss der 46-jährige Bucklew wegen einer angeborenen Krankheit eine Hirnblutung und extrem starke Schmerzen fürchten. Eine "grausame und ungewöhnliche Bestrafung" sei per US-Verfassung aber verboten.

Bucklew verlangte, dass seine Hinrichtung in der Vollzugsanstalt Bonne Terre per Video aufgezeichnet wird - doch das wurde nicht erlaubt. Auch erfuhren seine Anwälte nicht, welches Mittel der Staat ihm einspritzen lassen will - und woher der Stoff kommt. Die Behörden verweigern die Auskunft.

Der 46-Jährige hatte 1996 den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin erschossen und die 21-Jährige dann entführt und vergewaltigt. Er sagt, er bereue die Tat. Die Mutter des Mordopfers zeigte sich über den Aufschub verärgert. "Ich bin nicht begeistert", sagte sie dem Sender "NBC".

Neue Chemikalien aus obskuren Quellen

Bucklews Fall hatte nach einer besonders qualvollen Exekution eines Mannes Ende April in Oklahoma für Aufsehen gesorgt. Der Todeskandidat starb erst nach 43 Minuten an einem Herzinfarkt.

Hintergrund der Auseinandersetzungen sind Nachschubprobleme der USA bei den zur Tötung eingesetzten Mitteln. Die europäischen Hersteller der Chemikalien weigern sich, sie für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Eine Reihe von US-Staaten greift jetzt auf neue Mischungen aus obskuren Quellen zurück, über die sie sich ausschweigen.

and/DPA DPA

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