HOME

Augsburger Bischof Zdarsa: Katholiken sollen "Flagge zeigen in moderner Form"

Bei seiner Amtseinsetzung im Augsburger Dom ruft Bischof Konrad Zdarsa die Katholiken zu einem gelebten Glauben auf. Die Christen müssten in der Öffentlichkeit mehr Flagge zeigen, forderte Zdarsa. Allerdings müssten dafür moderne Formen gefunden werden, dies dürfe "nicht in Stil und Sprache aus dem 18. Jahrhundert" geschehen.

Vor rund 2500 Katholiken hat am Samstagvormittag im Augsburger Dom die Amtseinführung des neuen Bischofs Konrad Zdarsa begonnen. Der 66-Jährige war bisher Bischof in der ostdeutschen Diözese Görlitz. Papst Benedikt XVI. hatte Zdarsa Anfang Juli zum Nachfolger des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa ernannt.

Bei Regen und unter den Klängen eines Turmbläser-Ensembles zog der neue Oberhirte vom Bischofshaus zu der Amtseinführung in seiner künftigen Kathedralkirche.

Zdarsa rief die Katholiken eindringlich zu einem gelebten Glauben auf. "Alltag und gelebter Glaube dürfen niemals auseinandergerissen werden", sagte Zdarsa am Samstagvormittag im Augsburger Dom bei seiner offiziellen Amtseinführung. Die Christen müssten in der Öffentlichkeit mehr Flagge zeigen, forderte Zdarsa. Allerdings müssten dafür moderne Formen gefunden werden, dies dürfe "nicht in Stil und Sprache aus dem 18. Jahrhundert" geschehen.

Zu der feierlichen Amtseinführung kamen auch mehrere andere Bischöfe, darunter Robert Zollitsch, Freiburger Erzbischof und Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), sowie der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der Vorsitzender der katholischen Bischöfe in Bayern ist.

Zdarsas Vorgänger Mixa war im Frühjahr vor allem wegen Vorwürfen, er habe in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen, auch kirchenintern immer mehr unter Druck geraten. Am 21. April bot er dem Papst seinen Rücktritt an. Der Heilige Vater nahm diesen am 8. Mai an.

DPA / DPA