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Ausschreitungen im Rotlichtviertel: Sydney führt die Schnaps-Sperrstunde ein

In Sydney nach Mitternacht einen Kurzen bestellen? Da wird der Barkeeper ab Mitte Juli bedauernd den Kopf schütteln. Der Ausschank von Alkohol wird zukünftig stark reglementiert.

Schnaps wird es in Sydney auch weiterhin geben - aber nur für diejenigen, die rechtzeitig bestellen

Schnaps wird es in Sydney auch weiterhin geben - aber nur für diejenigen, die rechtzeitig bestellen

Harte Zeiten für Feierwütige in Sydney. Ab Mitte Juli gelten strenge Regeln für den Alkoholausschank in den Kneipen des Vergnügungsviertels Kings Cross. Nach Mitternacht dürfen keine Schnäpsen und Alcopops mehr ausgeschenkt werden. Zu häufig kam es in den vergangenen Monaten zu Ausschreitungen unter alkoholisierten Partygängern. Das Image der Metropole leide darunter, befanden die Stadtoberen. Sydney solle durch die Sperrstunde für die Schnäpse wieder sicherer und attraktiver werden.

Nicht mehr als vier Drinks auf einmal

Und dafür gibt es klare Ansagen: Nach Mitternacht dürfen nicht mehr als vier Getränke auf einmal bestellt werden und nicht mehr als zwei Getränke pro Person nach zwei Uhr morgens. Damit soll verhindert werden, dass Kunden sich vor der Sperrstunde um drei Uhr einen Vorrat anlegen.

Bootsfahrten, die Feiernde von einem Pub in die nächste Kneipe transportieren, wird es künftig nicht mehr geben. Hochprozentiges soll künftig nicht mehr zu Sonderpreisen angeboten werden, und wer mit einem Kaltgetränk in der Hand zu einer Veranstaltung kommt, soll erst gar nicht hinein gelassen werden.

Und wer sich durch seine Kleidung einer Motorrad-Gang zugehörig zeigt, dem bleibt der Zutritt zu Lokalitäten im Vergnügungsviertel verwehrt.

Das Sperrgebiet für Schnäpse nach Mitternacht ist klar definiert, wie dieser Tweet der Polizei zeigt.

Die Maßnahmen treten am 18. Juli in Kraft und und sind eine Erweiterung der Regelungen, die bereits im Rotlichtviertel Kings Cross eingeführt worden waren. Auslöser für den strikteren Umgang mit Alkohol war der Tod von Thomas Kelly. Der 18-Jährige wurde 2012 von einem 19-Jährigen an einem Freitagabend angegriffen und starb zwei Tage später an seinen Verletzungen. "Wir dulden keine Schlägereien und Auseindersetzungen", sagt Tourismusminister Troy Grant. "Genug ist genug." Und künftig entscheiden die Behörden, wann die Feiernden genug haben.

Carolyn Moyé
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