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Volksbefragung: Australien sagt "Ja" zur Ehe für alle

Die Mehrheit der Australier will, dass die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert wird. Das ergab eine Volksbefragung. Ministerpräsident Turnbull sieht darin ein Zeichen "für Fairness, für Engagement, für die Liebe".

Menschen in Sydney jubeln über das Wahlergebnis in Australien

Menschen in Sydney, Australien, jubeln über das Ergebnis der Volksbefragung

Die für alle ist auch in Australien ein Thema, das viele bewegt. Das zeigte eine Volksbefragung per Post, an der sich 80 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten. 61,6 Prozent von ihnen sagten "Ja" zur gleichgeschlechtlichen Ehe, teilte das Australische Statistikamt am frühen Mittwochmorgen mit. Ministerpräsident MalcolmTurnbull will noch bis Weihnachten das entsprechende Gesetz "liefern".

"Für Fairness, für Engagement, für die Liebe"

Die ist nicht verbindlich, die endgültige Entscheidung liegt beim Parlament. Australiens Regierungschef Turnbull begrüßte das überwältigend klare Ergebnis und kündigte eine Abstimmung des Parlaments noch vor Weihnachten an, um gleichgeschlechtliche Ehen per Gesetz zu legalisieren. "Sie haben für Fairness gestimmt, für Engagement, für die Liebe", sagte er. Die Stimme der Menschen müsse nun respektiert werden. "Wir haben sie nach ihrer Meinung gefragt, und sie haben sie uns gegeben." Nunmehr sei es an der Regierung, "zu liefern".

Turnbull hatte schon früher deutlich gemacht, dass er selbst für das Homo-Gesetz stimmen wird. Allerdings gibt es im konservativen Lager auch zahlreiche Gegner. Zu ihrem Wortführer hat sich Turnbulls Vorgänger Tony Abbott entwickelt. Über die Parteigrenzen hinweg gibt es in Australien vermutlich heute schon genug Abgeordnete, die die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützen.

Hohe Beteiligung trotz freiwilliger Teilnahme

Grund für die ungewöhnliche Abstimmung per Post war, dass die Opposition die Pläne des konservativen Premierministers für eine richtige Volksabstimmung über die Ehe für alle blockiert hat. Labor-Partei und Grüne sind zwar dafür, dass Frau und Frau sowie Mann und Mann heiraten dürfen. Ein Referendum darüber lehnten sie jedoch ab. Die Befragung hielten sie für überflüssig und auch für zu teuer. Die Kosten liegen bei umgerechnet etwa 80 Millionen Euro.

Die Beteiligung war bis zuletzt die größte Ungewissheit der Abstimmung. Im Unterschied zu normalen Wahlen und richtigen Volksabstimmungen, an denen Australier teilnehmen müssen, wenn sie keine Geldstrafen zahlen wollen, war die Teilnahme freiwillig.

In vielen anderen demokratischen Industriestaaten ist die Ehe für alle längst Gesetz. In Deutschland hatte der Bundestag im Juni den Weg dafür freigemacht. In Kraft tritt sie am 1. Oktober. 

fri/DPA