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Auszeit für Bischof Tebartz-van Elst: Eine weise Entscheidung des Papstes

In der Ruhe liegt die Kraft: Der Papst schickt Bischof Tebartz-van Elst in eine Auszeit unbestimmter Länge und wartet Untersuchungsergebnisse ab – ein kluger Schritt.

Ein Kommentar von Frank Ochmann

Der erste Reflex auf die römische Entscheidung ist klar: Wie kann der Papst nur! Da schäumen wir seit Wochen über den "Bling-Bling-Bischof", regen uns über seine kostspielige Residenz, die geleugnete First Class und den Starrsinn auf, mit dem er sich an sein Amt krallt – und dann entscheidet Papst Franziskus ganz unaufgeregt, eben diesen Bischof zunächst auf unbestimmte Zeit aus seinem Bistum fernzuhalten. Der neue – nicht der alte und ebenfalls schwer unter Beschuss geratene Generalvikar – verwaltet derweil die Diözese. Was, in Gottes Namen, ist daran falsch, außer dass es so gar nicht zum Furioso-Takt der Medien passt? Hätte der Papst Tebartz in die Engelsburg sperren oder auf dem Campo de' Fiori verbrennen sollen wie einst Giordano Bruno? Hätte uns das besser gefallen?

Über Wochen wurde Transparenz und Rechtmäßigkeit gefordert. Und genau diese Forderung löst Franziskus ein. Er befriedet das Bistum fürs Erste und so gut das überhaupt geht, indem er Tebartz nicht vom Tiber zurück an die Lahn schickt. Der Papst handelt aber auch noch nicht endgültig, weil zum Beispiel der von der Hamburger Staatsanwaltschaft beantragte Strafbefehl wegen der First-Class-Falschaussage noch gar nicht ergangen ist. Soll er dem Gericht vorgreifen? Und auch der Prüfungsbericht der von der Bischofskonferenz in Absprache mit dem Vatikan eingesetzten Kommission über die Finanzierung der prächtigen Residenz mit dem Namen des Heiligen Nikolaus ist noch nicht geschrieben, ja noch nicht einmal recherchiert. Vergangenen Freitag erst begann das Studium der Akten. Soll der Papst sich selbst ad absurdum führen, indem er entscheidet, bevor er unterrichtet wurde? Also: Mit der Ruhe, bitte!

Der Text der vatikanischen – übrigens auf Deutsch, nicht auf Italienisch oder in Latein verfassten – Entscheidung, ist trotz des gedrechselten Stils eindeutig: "In Erwartung der Ergebnisse besagter Prüfung und der damit verbundenen Vergewisserung über diesbezügliche Verantwortlichkeiten hält der Heilige Stuhl es für angeraten …" Wenn diese Verantwortlichkeiten geklärt sind, wird der Papst erneut entscheiden. Das bedeutet der heute veröffentlichte Beschluss. Und das ist sehr gut so. Denn er schafft eine rechtliche Verlässlichkeit für den Beschuldigten, also Bischof Tebartz-van Elst, für den der Vatikan auch eine Fürsorgepflicht hat, ob uns das gefällt oder nicht. Zugleich aber beruhigt dieser vorläufige Beschluss die Lage in Limburg, in dem er die alte Spitze abzieht. Denn auch das bedeutet der Entscheid von heute: Der bisherige und vermutlich stark in die Affäre verstrickte Generalvikar Franz Kaspar ist ab sofort nicht mehr im Amt. Auch das ist wichtig, denn es geht bei diesem Skandal ja längst nicht nur um den Bischof.

Was heißt das alles für unser Bild vom Papst? Sind wir immer noch begeistert von der "franziskanischen Revolution" im Vatikan, oder hat er nicht doch enttäuscht? Franziskus hat das getan, was von einem erfahrenen, klug abwägenden Bischof zu fordern ist. Und auch das hat er heute klar gemacht: Er allein bestimmt das Tempo seiner Entscheidungen, nicht die Medien oder irgendwer sonst. Wer diesen Papst in den vergangenen Monaten beobachtet hat, hätte das auch wissen können. Und er hätte in einem seiner großen Gespräche aus den vergangenen Wochen auch lesen können, was er selbst darüber sagt: "Ich misstraue immer der ersten Entscheidung, das heißt, der ersten Sache, die zu tun mir in den Sinn kommt. Sie ist im Allgemeinen falsch. Ich muss warten, innerlich abwägen, mir die nötige Zeit nehmen." Und dann kommt ein Satz, mit dem uns die heutige Entscheidung über die so verfahrene Situation im Bistum Limburg zur Lektion werden kann: "Die Weisheit der Unterscheidung … lässt uns die geeignetsten Mittel finden, die nicht immer mit dem identisch sind, was als groß und stark erscheint."

"Groß und stark" wäre es wohl vielen vorgekommen, hätte der Papst heute mit einem Basta-Beschluss den Bischof Tebartz-van Elst kurzerhand abgesetzt. Dass er so nicht gehandelt hat, spricht für die Stärke und Weisheit dieses Papstes.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.