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"Störend für andere Gäste": Schwester von Top-Model muss Café verlassen, weil sie behindert ist

Nachdem ihre behinderte Schwester von einer Gaststätte abgewiesen wurde, holt ein russisches Topmodel zum Gegenschlag aus: Sie verklagt die Betreiber und entfacht eine öffentliche Debatte neu.

Russisches Top-Model Natalia Wodjanowa stößt öffentliche Debatte über Diskriminierung von Behinderten an

Das russische Top-Model Natalia Wodjanowa nutzte ihre Popularität und stieß eine öffentliche Debatte über die Diskriminierung von Behinderten an.

Das russische Topmodel Natalia Wodjanowa hat in ihrem Heimatland eine Diskussion über den Umgang mit Behinderten angeheizt. Zuvor war die Schwester der 33-Jährigen in einem Café abgewiesen worden: Die an Autismus leidende Oxana Wodjanowa wurde mit ihrer Pflegerin in ihrer Heimatstadt Nischni Nowgorod mit der Begründung weggeschickt, Gäste könnten sich gestört fühlen. Natalia Wodjanowa reagierte darauf empört.

Die Familie habe die Leitung der Gaststätte angezeigt und den Fall öffentlich gemacht, um Menschen mit Entwicklungsstörungen zu helfen, teilte Wodjanowa am Freitag mit. "Es ist für die Gesellschaft ein Signal, das man nicht ignorieren kann." Wodjanowa, die vor kurzem eine internationale TV-Show zur Fußball-WM 2018 in Russland moderierte, dankte für die Unterstützung in sozialen Netzwerken. Russische Abgeordnete nannten die Diskriminierung "inakzeptabel" und auch die staatliche Ermittlungsbehörde schaltete sich ein.

Russische Menschenrechtler äußerten die Hoffnung, dass der Fall etwas ändert am Umgang mit Behinderten, die noch häufig aus Scham von ihren Familien versteckt oder sogar eingesperrt werden. Bereits zu den Paralympics 2014 in Sotschi habe die Regierung landesweite Besserungen versprochen - die aber weiter auf sich warten ließen.

DPA/lst
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