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Bagdad: Mindestens 60 Tote bei Doppelanschlag

Bei zwei aufeinanderfolgenden Selbstmordanschlägen vor dem wichtigsten schiitischen Heiligtum in Bagdad sind am Freitag mindestens 60 Menschen getötet worden. Mindestens 125 weitere wurden verletzt, darunter 80 Pilger.

Zwei Selbstmordanschläge haben am Freitag vor dem Grabmal des Imams Mussa al Kasim in Bagdad mindestens 60 Todesopfer gefordert. Verletzt wurden mindestens 125 weitere Menschen, 80 von ihnen waren Pilger aus dem Iran. Auch unter den Toten waren laut Angaben von Polizei und Krankenhaus 25 Iraner.

Zum Zeitpunkt der Tat strömten zahlreiche Gläubiger zum Freitagsgebet in das schiitische Heiligtum im Stadtviertel Kasimijah. Im Abstand von wenigen Minuten zündeten beide Attentäter ihre Sprengstoffgürtel.

Für die Tat wurden sunnitische Aufständische verantwortlich gemacht. Ministerpräsident Nuri Al-Maliki ordnete eine Untersuchung des Vorfalls durch die Streitkräfte an. Die für die Sicherheit in dem Bezirk zuständigen Kommandeure wurden von ihren Aufgaben entbunden.

Erst am Donnerstag kamen bei zwei Selbstmordanschlägen im ganzen Land insgesamt 88 Menschen ums Leben, es war der blutigste Tag im Irak seit mehr als einem Jahr.

Das Grabmal war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Zuletzt kamen dort Anfang April sieben Menschen bei einer Bombenexplosion ums Leben. Im Januar tötete ein als Frau verkleideter Mann mehr als drei Dutzend Menschen, als er sich in die Luft sprengte.

Das Grabmal des Imams Mussa al Kasim ist das wichtigste schiitische Heiligtum. Hunderttausende Schiiten pilgern jährlich zu dem Schrein, darunter auch viele Iraner. Der im Jahr 799 gestorbene Imam Mussa al Kasim ist einer von zwölf schiitischen Heiligen.

AP / AP