Beihilfe zum sexuellen Missbrauch Kirche weist Vorwürfe gegen Zollitsch zurück


Die katholische Kirche hat die Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, entschieden zurückgewiesen. Die Freiburger Staatsanwaltschaft hatte am Mittwochabend Ermittlungen gegen den Erzbischof wegen Verdachts auf Beihilfe zum Kindesmissbrauch bestätigt.

Die katholische Kirche hat die Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, entschieden zurückgewiesen. Die Freiburger Staatsanwaltschaft hatte am Mittwochabend Ermittlungen gegen den Erzbischof wegen Verdachts auf Beihilfe zum Kindesmissbrauch bestätigt. Diese gehen auf eine Anzeige zurück, in der Zollitsch beschuldigt wird, die Anstellung eines Pastors trotz Missbrauchsvorwürfen gebilligt zu haben. In der Erklärung vom Donnerstag weist das erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg die Anschuldigungen als "absolut haltlos und substanzlos" zurück.

Das Ordinariat stehe in Kontakt mit der Staatsanwaltschaft, damit die "Substanzlosigkeit der Vorwürfe" gegen Erzbischof Zollitsch rasch dokumentiert werden könne, sagte Pressesprecher Rudolf Eberle. In der Strafanzeige wird dem Freiburger Erzbischof vorgeworfen, er habe vor 23 Jahren als damaliger Personalreferent des Erzbistums veranlasst, dass ein in den 1960er Jahren des sexuellen Missbrauchs von Kindern überführter Zisterziensermönch aus der Klosterkirche Birnau bei Überlingen am Bodensee dort von 1987 bis 1992 erneut arbeiten durfte.

Die Staatsanwaltschaft Konstanz untersucht derzeit auf der Grundlage einer zweiten Strafanzeige gegen den beschuldigten Zisterzienserpater, ob es in dieser Zeit durch ihn zu sexuellen Übergriffen gekommen ist.

Der Verdacht gegen Zollitsch entbehre jeder Grundlage, erklärte Bistumssprecher Eberle. Er versicherte ferner, der Erzdiözese Freiburg sei erst seit Ende 2006 bekannt gewesen, dass es in den 1960er Jahren einen Fall von sexuellem Missbrauch in Birnau gegeben habe. Überdies habe Zollitsch als damals zuständiger Personalreferent weder eine erneute Anstellung des Paters in Birnau veranlasst, noch habe es eine solche weitere Anstellung beim Erzbistum Freiburg gegeben. Die Personalentscheidungen treffe der verantwortliche Abt der Zisterzienserabtei. Er benötige dazu weder die Genehmigung eines anderen Bischofs noch bestehe irgendeine Form der Informationspflicht an andere Bischöfe.

APN APN

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