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Benedikt XVI. erkennt Wunderheilung an: Johannes Paul II. wird am 1. Mai seliggesprochen

Es ist eines Seligsprechung in Rekordzeit. Doch vielen Katholiken vor allem in Polen schien selbst das noch lang: Am 1. Mai wird Johannes Paul II. seliggesprochen.

Der populäre polnische Papst Johannes Paul II. (1978-2005) wird am 1. Mai seliggesprochen. Das teilte der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Angelo Amato, am Freitag in Rom mit. Papst Benedikt XVI., Nachfolger von Karol Wojtyla, habe dem Dekret der Seligsprechung zugestimmt.

Die feierliche Zeremonie für Johannes Paul II. ist auf den ersten Sonntag nach Ostern gelegt worden. Benedikt selbst werde die Feier der Seligsprechung - die Stufe vor einer Heiligsprechung - leiten, berichtete Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

Entscheidend für die Seligsprechung in Rekordzeit war eine angebliche Wunderheilung, die das polnische Kirchenoberhaupt der Katholiken erwirkt haben soll. Es handelt sich dabei um die Genesung der französischen Ordensschwester Marie Simon-Pierre. Sie soll plötzlich von der Parkinson-Krankheit befreit gewesen sein, nachdem Johannes Paul in den Monaten nach seinem Tod in Gebeten um Hilfe angefleht worden war. Johannes Paul litt auch an Parkinson.

Als möglicher Zeitpunkt für die offizielle Zeremonie der Seligsprechung, zu der Massen an Gläubigen in Rom erwartet werden, waren auch der 2. April, der Todestag Wojtylas, und Mitte Oktober anlässlich des Jahrestages seiner Ernennung zum Papst am 16. Oktober 1978 genannt worden.

Der Seligsprechungsprozess sei zwar beschleunigt worden, doch habe man an der Prozedur keine Abstriche gemacht, sagte Amato im Gespräch mit Radio Vatikan. "Der Fall ist wie alle anderen auch abgewickelt worden, wir haben alle vorgesehenen Schritte befolgt."

Das von Benedikt beschleunigte Verfahren für seinen Vorgänger war im Jahr 2009 ins Stocken geraten, als Zweifel an der Heilung der französischen Ordensfrau aufkamen. Die zuständige Medizinerkommission rollte den Seligsprechungsprozess daraufhin neu auf, um das Wunder schließlich zu bestätigen.

Viele Katholiken hatten schon gleich nach dem Tod des beliebten Pontifex, der wegen seiner zahlreichen Reisen in die Welt auch der "eilige Vater" genannt wurde, auf schnelle Heiligsprechung gedrängt. Benedikt XVI. hatte ihren "Santo-subito"-Ruf rasch erhört und nach nur knapp drei Monaten den Prozess der Seligsprechung, also der Stufe vor der Heiligkeit eingeleitet. Dieser kann normalerweise erst fünf Jahre nach dem Tod beginnen. Im Dezember 2009 erkannte Joseph Ratzinger in einem Dekret die für die Kanonisierung notwendigen "heroischen Tugenden" seines polnischen Vorgängers an.

DPA/AFP/DPA