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Terror in Berlin: Mutiger Zeuge führte die Polizei zum Verdächtigen

Nachdem er mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gerast war und mehrere Menschen getötet hatte, flüchtete der Fahrer. Ein aufmerksamer Zeuge verfolgte ihn - und gab der Polizei entscheidende Hinweise.

Polizisten sichern den Tatort am Berliner Breitscheidplatz

Polizisten sichern den Tatort am Berliner Breitscheidplatz

12 Tote, etwa 50 Verletzte: Das ist die traurige Bilanz des mutmaßlichen Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Am Montag gegen 20 Uhr war ein Lastwagen an der Gedächtniskirche im Herzen der Hauptstadt in eine Menge gerast. Ein Unfall war es offenbar nicht: Die Ermittler gehen davon aus, dass der Wagen vorsätzlich gesteuert wurde und vermuten einen terroristischen Hintergrund.

Wer den Lkw steuerte, darüber gibt es bislang nur Spekulationen. Die Polizei hat sich noch nicht geäußert. Fest steht jedoch, dass es einen Verdächtigen gibt. Die Beamten nahmen ihn in der Nähe des Unglücksortes fest. Auf die Spur des mutmaßlichen Täters führte die Polizei ein aufmerksamer Zeuge, wie die "Welt" berichtet.

Zeuge verfolgte Verdächtigen durch die Dunkelheit

Demnach hatten sich mehrere Menschen am späten Montag bei der Einsatzzentrale gemeldet und von einem flüchtenden Mann berichtet. "Womöglich wollte er in der Dunkelheit Schutz suchen", sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel dem Blatt. Einer der Zeugen habe sich an die Spuren des Verdächtigen geheftet - unauffällig und mit Sicherheitsabstand.

Permanent habe er dabei mit der Notrufzentrale Kontakt gehabt und fortlaufend die Position des Flüchtenden durchgegeben, heißt es. Nach etwa zwei Kilometern stoppte die Besetzung eines Streifenwagens den mutmaßlichen Fahrer an der Siegessäule. "Mit Hilfe dieses Zeugen war es uns möglich, den Verdächtigen zu fassen", erklärte Wenzel. "Diese Zivilcourage kann uns heute etwas Mut machen."

Verdächtiger soll über Balkanroute eingereist sein

Nach Informationen des RBB-Inforadios stammt der Verdächtige aus Pakistan. Er ist wohl im Februar als Flüchtling über die Balkanroute nach Deutschland eingereist und soll bislang in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft gelebt haben. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ordnete für Dienstag bundesweite Trauerbeflaggung an.

An einer Absperrung vor der Berliner Gedächtniskirche steht ein Polizist, während im Hintergund Rettungswagen stehen
kis