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Medienberichte Die wichtigsten Infos über den neuen Verdächtigen

Die Polizei ist nach dem Attentat in Berlin einem neuen Verdächtigen auf der Spur
Die Polizei ist nach dem Attentat in Berlin einem neuen Verdächtigen auf der Spur
© Sean Gallup/Getty Images
Ist die Polizei diesmal dem Richtigen auf der Spur? Die Fahnder sind Berichten zufolge bundesweit auf der Suche nach dem Täter, der in Berlin mit einem Lkw mindestens zwölf Menschen getötet haben soll.

Nach dem Anschlag in Berlin fahndet die Polizei Medienberichten zufolge bundesweit nach einem Verdächtigen. Im Fußraum des Führerhauses des Lkw, der am Montagabend in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast war, wurde laut der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" eine Duldung mit den Personalien gefunden. Nach "Bild.de"-Informationen lag das Dokument unter dem Fahrersitz. Es sei auf einen Tunesier ausgestellt. Über Herkunft und Alter gab es verschiedene Angaben.

Die Dokumente seien im Kreis Kleve in Nordrhein-Westfalen ausgestellt worden. Sicherheitskreise gingen am Mittwoch von "unmittelbar bevorstehenden Maßnahmen" der Behörden in dem Bundesland aus, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Nach Informationen der "Allgemeinen Zeitung" und von "Spiegel Online" nutzte der Verdächtige mehrere Personalien. Demnach ist er zwischen 21 und 23 Jahre alt.

Mann gilt als Gefährder und ist mit Islamisten vernetzt

Er sei der Polizei wegen Körperverletzung bekannt, schreibt "Bild.de" weiter, habe aber nicht angeklagt werden können, weil er untergetaucht sei. Der Mann gelte als Gefährder. Er sei eingebettet in ein großes Islamisten-Netzwerk.

Nach Angaben von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" reiste der Gesuchte 2012 nach Italien und kam dann 2015 nach Deutschland, im April 2016 soll er Asyl erhalten haben. Den Berichten zufolge hat er Kontakte zum vor Kurzem verhafteten Prediger Abu Walaa unterhalten, der als die "Nummer eins des IS in Deutschland" bezeichnet wird.

Wie die ARD erfahren haben will, hat die Polizei bei der Suche nach Anis A. in den vergangenen Stunden sämtliche Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg  abgesucht. Die Ermittler gehen davon aus, dass es im Führerhaus des Lastwagens einen Kampf gegeben hat, bei dem der mutmaßliche Attentäter verletzt worden ist, wie die Abendschau des rbb berichtet. Offenbar wurden auch DNA-Spuren gesichtert.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte auf Nachfrage, die Behörde äußere sich nicht zum aktuellen Ermittlungsstand. Es sei zunächst auch keine Pressekonferenz für Mittwoch geplant.

Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben mehr als 500 Hinweise zu dem Anschlag erhalten und fahndete nach einem möglicherweise bewaffneten Täter. Einen zunächst festgenommenen Verdächtigen hatten die Ermittler am Dienstag wieder freigelassen, nachdem sich gegen ihn kein dringender Tatverdacht ergeben hatte. 

Tathergang: Viele offene Fragen

Zum Tathergang gibt es nach wie vor viele offene Fragen. Der polnische Lkw-Fahrer, der auf dem Beifahrersitz saß, hat nach Informationen der "Bild"-Zeitung bis zum Attentat noch gelebt. Das habe die Obduktion ergeben, berichtete die Zeitung in der Nacht online. Ein Ermittler habe von einem Kampf gesprochen. Nach dem Anschlag wurde der Pole tot im Lkw gefunden. Nach dpa-Informationen wurde er mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen, von der bislang jede Spur fehlt.

Unklar war zudem, ob die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem Anschlag steht. Sie hatte den Angriff für sich reklamiert. Der IS hatte sich in der Vergangenheit immer wieder über sein Sprachrohr Amak zu Anschlägen in unterschiedlichen Ländern bekannt. 

Die Meldung zu Berlin wurde über die üblichen Kanäle der Terrormiliz verbreitet, auch ihre Form entspricht früheren Bekenntnissen. Allerdings erfolgte die Erklärung erstmals, bevor der Täter gefasst oder getötet wurde. Täterwissen gab der IS - wie auch schon in früheren Fällen - in seinem Bekenntnis nicht bekannt.

feh DPA

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