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Muslimische Bestattungen: Berliner Friedhof plant Grabflächen mit Ausrichtung nach Mekka

Einen islamischen Friedhof gibt es im Berliner Stadtteil Neukölln bereits und die Nachfrage nach muslimischen Bestattungen steigt. Nun sollen auf dem Lilienthalfriedhof auch Grabflächen mit Ausrichtung nach Mekka entstehen.

Der islamische Friedhof in Berlin-Neukölln

Der islamische Friedhof in Berlin-Neukölln

Da die Nachfrage nach muslimischen Bestattungen in Berlin steigt, plant der Stadtteil Neukölln jetzt neue Möglichkeiten zur Bestattung für Muslime. Der Berliner Bezirk will dafür auf dem Lilienthalfriedhof Flächen mit nach Mekka schaffen. Ein entsprechender Beschluss sei geplant, teilte das Bezirksamt mit. Hintergrund sei der gestiegene Bedarf an Grabflächen für Muslime. Allein in dem Bezirk leben demnach rund 60.000 Menschen muslimischen Glaubens. Auf den acht Friedhöfen, die der Bezirk verwaltet, werden jährlich rund 1000 Menschen beigesetzt, darunter auch viele Muslime.

Ein gutes Zeichen für die Integration

"Jeder, der in lebt, soll sich auch hier bestatten lassen können, mit der Möglichkeit, dass die Familie dem Verstorbenen hier gedenken kann", sagte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist ein gutes Zeichen für die Integration, dass immer mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln auch hier in Deutschland bestattet werden wollen."


Acht Friedhofsfelder für bis zu 1600 Bestattungen sind geplant. Dafür müsse der Friedhofsentwicklungsplan geändert werden, hieß es. Laut dem aktuellen Plan des Landes sind auf dem Lilienthalfriedhof keine Beisetzungen mehr vorgesehen. Bis 2018 könnten die neuen Möglichkeiten geschaffen werden. Die sollen aber nicht nur Muslimen offenstehen, sondern allen Menschen – unabhängig von deren Religion.

jen

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