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Überlebende des Attentats berichten: "Ich wurde komplett durch die Bude gedrückt"

Noch immer werden viele Opfer des Terroranschlags von Berlin in Krankenhäusern der Hauptstadt behandelt. Viel von ihnen werden noch lange mit den Folgen der Attacke zu kämpfen haben. Einige Opfer schildern Medien ihre Erlebnisse.

Weihnachtsmarkt

Von einigen Buden auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin sind nur noch Trümmer übrig

Ganz Deutschland trauert um die Opfer des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Am Kurfürstendamms waren am Montag zwölf Menschen getötet und 45 weitere zum Teil schwer verletzt worden, als ein Lkw in die Menge raste. Von den Verletzten konnten 24 die Krankenhäuser inzwischen wieder verlassen. Alleine in der Berliner Charité wurden acht Menschen mit schwersten Verletzungen auf den Intensivstationen betreut. Sechs Patienten hätten mittelschwere Verletzungen, teilte die Charité am Dienstag mit.

Unter den Opfern des Terroranschlags von Berlin sind wahrscheinlich auch mehrere Ausländer. Eine 31-jährige Frau aus Italien wird derzeit noch vermisst. Auch nach einer Frau aus Israel wird offiziell noch gesucht. Der Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt. Mehrere Verletzte haben sich gegenüber Medien zu ihren schlimmen Erlebnissen geäußert.

Student aus Bilbao: "Er hat mich überrollt und beide Beine überfahren"

Gemeinsam mit zwei Freundinnen besuchte ein Student aus dem spanischen Bilbao den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, als plötzlich die Hölle losbrach. Später berichtete er via Twitter, "er hat mich überrollt und beide Beine überfahren". Der 21-Jährige befand sich gerade im Rahmen des Erasmus-Programms zum Studium in Berlin. Nach dem Anschlag wurde er im Wenckebach-Klinikum in Berlin operiert. In der spanischen Zeitung "El País" berichtete der Vater des Verletzten, die Operation sei gut verlaufen.

Über Twitter hatte der 21-Jährige zuvor geschildert, was er erlebte, als der Lastwagen plötzlich in den Weihnachtsmarkt krachte: "Ich hörte, wie er gegen den ersten Stand fuhr, ich drehte mich um und hatte ihn vor meinem Scheiß-Gesicht". Weiter schrieb er, es war der "schlimmste Schmerz, den ich je in meinem Leben ertragen musste". Auch berichtet er, man habe sich "vorbildlich" um die Verletzten am Breitscheidplatz gekümmert.

52-Jähriger Weihnachtsstand-Mitarbeiter: "Ich habe gerade Glühwein ausgeschenkt, da brettert der Laster auf uns zu"

Schon seit den Neunzigerjahren arbeitet der 52-Jährige auf Weihnachtsmärkten, nun wäre ihm dies beinahe zum Verhängnis geworden: Nun schilderte der Mann dem "Tagespiegel", wie er den Anschlag vom Montagabend erlebte: "Ich habe gerade Glühwein ausgeschenkt, da brettert der Laster auf uns zu." Er sei dann gemeinsam mit seiner Kollegin zur Seite gesprungen, "da sehe ich die Räder vom Lkw ..." Kurz darauf sei der Glühweinstand über ihm zusammengebrochen. "Ich konnte dann rauskrabbeln, auch die Kollegin." Er erlitt eine Verletzung am Bein. "Die Ärzte sagen, dass mit mir und der Klinik dauert erst mal eine Weile", sagte der 52-Jährige dem "Tagespiegel".

40-jähriger Neusser: "Ich wurde komplett durch die Bude gedrückt"

"Wir wollten auf dem Weihnachtsmarkt noch einen Absacker trinken", berichtet ein 40-jähriger Mann aus Neuss "RP-Online", als das Drama seinen Lauf nahm. Sehen konnte er den heranrasenden LKW nicht aber er konnte ihn hören: "Es klang wie das leise Knallen von Feuerwerkskörpern, das schnell näherkam". Er wurde vom Lastwagen erfasst und "komplett durch die Bude gedrückt". Laut "RP-Online" erlitt er mehrere Beckenbrüche. "Das wird schon wieder. Ich habe einfach Schwein gehabt", so der 40-Jährige. Seine Mutter, die ebenfalls mit auf dem Weihnachtsmarkt war, gilt offiziell immer noch als vermisst. Laut RP mache er sich aber keine Hoffnung, dass sie überlebt habe: "Ich habe ja gesehen, was mit ihr passiert ist."

amt mit Agenturen