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Berliner Polizei: Warum Hamster Henry mit aufs Revier musste

Am 1. Mai war die Polizei in deutschen Großstädten gegen Demonstranten und Randalierer im Einsatz, doch in der Nacht davor blieb Zeit für anderes. In Spandau kam deswegen ein Hamster in Gewahrsam.

Hamster Henry in einer Pappschachtel auf dem Armaturenbrett eines Polizeiwagens

Fenster mit Aussicht: Henry sitzt auf dem Weg zur Wache in einer Pappschachtel für Einmalhandschuhe 

Wer am 1. Mai auf den Straßen einer deutschen Großstadt unterwegs war, hat die Polizei von ihrer unsympathischsten Seite erlebt. Im Hamburger Schanzenviertel zum Beispiel. Aufgebote von Hundertschaften marschierten in breiten Formationen durch die Straßen und erinnerten in ihren ballistischen Schutzausrüstungen an die schwarze Ausgabe der Sturmtruppen aus "Star Wars". Trotz Personalausweis durften Anwohner nicht auf direktem Weg nach Hause gehen, ganz so, wie die Bewohner des Viertels es aus jener Zeit Ende 2013 kennen, in der ihr Zuhause im sogenannten Gefahrengebiet lag.

In Berlin war Kreuzberg das Zentrum der unangenehmen Begegnungen, die zu Verletzungen auf beiden und Festnahmen auf einer Seite führten.

Die andere Seite

Da passt es ganz gut in die sozialen Medien, dass die Beamten sich auch von einer anderen Seite zeigen können. Dass sie Herz beweisen und bebildern können. Etwa mit der Rettung eines niedlichen Streuners, der am 30. April nachts im Park des Spandauer Vivantes-Klinikums aufgegriffen wurde.

So publizierte die Polizei Berlin am 2. Mai über Twitter die Rettungsgeschichte eines Hamsters. Mit Fotos, Namensgebung und Herz. Der Nager war schutz- und herrenlos allein unterwegs gewesen und wurde aufgelesen. Er bekam im Polizeiwagen einen Platz in der ersten Reihe: auf dem Armaturenbrett, gesichert durch eine Pappschachtel für Einmalhandschuhe. Die Polizisten gaben ihm den Namen "Sir Henry" und brachten ihn auf ihr Revier. Dort versorgten sie den Nager mit Heu.


Der Tweet kam gut an – bei den meisten. Natürlich gab es auch Stimmen wie etwa jene eines Users mit dem Namen KuchenTV, der kritisch anmerkte: "Und um die minderjährigen die am kurfürstendamm anschaffen kümmert ihr euch nicht? Gute einstellung." [sic] Aber so kennt man sie, die Menschen, denen zu jeder Notiz in den sozialen Medien ein negativer Kommentar einfällt. Gut getrollt ist halb besser gemacht.

Sir Henry hat inzwischen ein Bett im Tierheim.

Hamster essen Hamster