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Besuch aus Hessen: Frei lebender Wolf in Nordrhein-Westfalen gesichtet

Erstmals seit mehr als 100 Jahren ist in Nordrhein-Westfalen wieder ein frei lebender Wolf aufgetaucht. Vor Weihnachten sei er im Raum Borgentreich im Kreis Paderborn unterwegs gewesen, erklärte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz am Donnerstag, und bestätigte damit einen Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatts".

Erstmals seit mehr als 100 Jahren ist in Nordrhein-Westfalen wieder ein frei lebender Wolf aufgetaucht. Vor Weihnachten sei er im Raum Borgentreich im Kreis Paderborn unterwegs gewesen, erklärte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz am Donnerstag, und bestätigte damit einen Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatts". Eine DNA-Analyse habe ergeben, dass das Tier, der im November 2009 auf einer Weide in Borgentreich ein Schaf gerissen habe, ein Wolf sei, wird die Sprecherin des Landesamtes, Babette Winter, zitiert.

An dem toten Schaf seien außergewöhnliche, auf einen Wolf hindeutende Spuren gefunden worden, erklärte das Landesamt. Daraufhin seien Haarproben untersucht worden, die man vor Ort sichergestellt habe. Das Ergebnis sei eindeutig: "Der Wolf war zu Besuch in Ostwestfalen."

Seit Dezember gebe es keine weiteren Hinweise auf den Wolf, hob das Amt hervor. "Wir bereiten uns dennoch auf weitere Besuche des Wolfes vor", erklärte der für Artenschutz zuständige Abteilungsleiter der Behörde, Georg Verbücheln. Dazu habe das Land eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten von Behörden, Naturschutzverbänden, Jagd und Schafzucht gegründet.

Bei dem Wolf handele es sich vermutlich um das Tier, das seit längerem im Reinhardswald in Hessen, an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, lebe. Das Landesamt betonte, dass Wölfe nicht angriffslustig seien und den Menschen mieden. Sie seien streng geschützt und dürften auf keinen Fall gejagt werden.

Nach Angaben von Naturschützern leben mittlerweile wieder etwa 60 Wölfe in Deutschland - die meisten auf ehemaligen Militär- und Bergbauflächen in der Lausitz. In den vorausgegangenen gut 100 Jahren galt das Raubtier hier zu Lande als ausgerottet. 1904 wurde dem Bundesamt für Naturschutz zufolge der seinerzeit letzte "deutsche Wolf" bei Hoyerswerda in Sachsen erschossen.

APN / APN