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Besuch von Straflager: Pussy Riots erste Amtshandlung als Menschenrechtlerinnen

Sie erklärten gleich nach ihrer Entlassung, sich für die Rechte der Gefangenen in russischen Straflagern einsetzen zu wollen. Jetzt hat die regierungskritische Band offiziell die Arbeit aufgenommen.

Die zwei vorzeitig aus der Haft entlassenen Frauen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot haben mit einem Besuch in einem Straflager ihren Einsatz für die Menschenrechte aufgenommen. Die Aktivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa, 24, und Maria Aljochina, 25, unterstützten am Dienstag in Nischni Nowgorod (nordöstlich von Moskau) inhaftierte Frauen mit Nahrungsmitteln und Justizhilfe.

Es gebe Hinweise, dass die Frauen zu Unrecht bestraft seien, sagte Aljochina. Sie hatte als Inhaftierte einer Strafkolonie Arbeitszeiten von 16 Stunden mit geringer Bezahlung beklagt. Aljochina kam wie Tolokonnikowa im Zuge einer Amnestie am 23. Dezember auf freien Fuß. Bei einer kurz drauf folgenden Pressekonferenz erklärten sie, sich für einen humaneren Strafvollzug stark machen zu wollen.

Beide waren zusammen mit einem weiteren Bandmitglied nach einem kurzen Anti-Putin-Auftritt in einer Moskauer Kathedrale im März 2012 festgenommen und später wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Im März wäre die Haftstrafe regulär beendet worden. Der neue Name der Künstlergruppe lautet nun Wojna (deutsch: Krieg).

awö/DPA / DPA