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1,5 Promille : Trunkenheit auf dem Segway kostet Führerschein

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat entschieden: Ein Segway ist ein Kraftfahrzeug. Einen betrunkenen Fahrer kostet das Urteil den Führerschein - und 300 Euro.

Viele Touristen nutzen Segways für eine bequeme Stadtrundfahrt (Symbolbild)

Viele Touristen nutzen Segways für bequeme Stadtrundfahrten (Symbolbild)

Nur schnell nach Hause kommen - das dachte sich wohl der Fahrer eines Segways, als er am 30. Dezember 2015 betrunken auf den Elektroroller stieg. Diese Entscheidung kostet den Hamburg nun seinen

Das Hanseatische hat eine Revision des Angeklagten gegen ein Urteil des Landgerichtes verworfen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Neben der Abgabe des Führerscheins muss der Fahrer außerdem eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen à zehn Euro zahlen.

Segway-Fahrer hatte 1,5 Promille

Das Gericht hatte sich mit der Frage beschäftigt, ob ein Segway ein Kraftfahrzeug ist. Bei einem solchen liegt der Grenzwert für die absolute Fahruntauglichkeit bei 1,1 Promille. Eine Blutprobe bei dem Fahrer des einachsigen Elektrorollers hatte 1,5 Promille ergeben. Der 50-Jährige argumentierte, für ihn gelte die gleiche Alkoholgrenze wie für Rad- und E-Bike-Fahrer, nämlich 1,6 Promille. Das Gericht stellte in seinem Beschluss vom 19. Dezember 2016 aber fest, dass ein Segway ein "durch Maschinenkraft bewegtes und nicht an Gleise gebundenes Landfahrzeug" ist, also ein Kraftfahrzeug. Segway-Fahrer brauchen auch einen Mofaführerschein und müssen eine Haftpflichtversicherung abschließen.

Der Angeklagte war in den frühen Morgenstunden des 30. Dezember 2015 von einer Billardhalle in Hamburg-Bergedorf auf dem Gehweg nach Hause unterwegs gewesen. Als er sich noch Zigaretten aus einem Automaten ziehen wollte, beobachtete ihn eine Polizeistreife. Die Beamten nahmen ihn mit auf die Wache und veranlassten eine Blutprobe.

fri / DPA