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Bewerberin abgewiesen: Air New Zealand will keine Stewardess mit Maori-Tattoo

Die neuseeländische Fluglinie Air New Zealand wirbt mit Maori-Kunst. Aber eine Ureinwohnerin mit einer Tätowierung auf dem Unterarm weist sie als Stewardess rüde ab.

Air New Zealand macht stolz Reklame mit der Kunst der Ureinwohner, aber eine Maori-Stewardess mit traditioneller Ta Moko-Tätowierung ist nicht erwünscht. "Ich dachte, sie wären stolz, wenn jemand mit einem Ta Moko die Fluggesellschaft repräsentiert", sagte Claire Nathan am Montagabend im neuseeländischen Fernsehen. Ihre traditionelle Tätowierung trägt sie auf dem Unterarm. Beim Vorstellungsgespräch beschied ihr die Airline, dass sichtbare Tätowierungen nicht erlaubt seien - und brach den Termin ab. Sie könne sich aber für den Frachtbereich bewerben.

Die Passagiere der Fluglinie kämen aus unterschiedlichen Kulturen, schrieb Air New Zealand an den Sender. "In vielen Kulturen werden Tätowierungen als etwas Beängstigendes und Einschüchterndes wahrgenommen." Die Airline versprach aber, die Richtlinien zu überprüfen. Der neuseeländische Premierminister John Key zeigte sich überrascht: "ich weiß nicht, warum sie sich so entschieden haben, Tätowierungen sind doch recht häufig heutzutage."

Die Flotte fliegt seit 1973 mit einem Maori-Logo. In den Anzeigen und Werbespots treten oft neuseeländische Stars mit großen Tätowierungen auf, auch Mitglieder des legendären Rugby-Teams "All Blacks". Das Ta Moko, oft großflächig und im Gesicht in die Haut gestochen, war früher ein Initiationsritus. Die Tradition lebt seit den 90er-Jahren wieder auf. Etwa 15 Prozent der Einwohner Neuseelands identifizieren sich als Maoris.

brü/DPA / DPA
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