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Verschwörungstheorie Stadt verspricht Belohnung: Eine Million Euro für den, der beweist, dass Bielefeld nicht existiert

Sparrenburg in Bielefeld
Die Sparrenburg in Bielefeld – gibt's die wirklich?
© Friso Gentsch / DPA
Bielefeld gibt es nicht – seit 25 Jahren hält sich diese Verschwörungstheorie. Jetzt will die Stadt mit der Bielefeld-Verschwörung aufräumen. Dabei profitiert sie selbst von der Theorie.

Jeder, der aus Bielefeld selbst oder aus einem unbedeutenden Ort in der Nähe kommt, dass er sich in der Fremde als Bielefelder ausgibt, kennt den Spruch. Kommt das Gespräch auf die Herkunft, folgt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Antwort: "Bielefeld gibt es doch gar nicht". Die Leute glauben, das sei witzig, und man kann es ihnen nicht verdenken. Der Bielefelder aber verdreht zumindest innerlich jedes Mal die Augen. 

Mittlerweile aber hat man in Ostwestfalen verstanden, dass die Worte "Bielefeld" und "gibt es doch gar nicht" im öffentlichen Bewusstsein so unzertrennlich zusammengehören, dass man versucht, diese Theorie PR-taktisch für sich zu nutzen. Denn welche Stadt kann schon von sich behaupten, angeblich nicht zu existieren? Das Bielefelder Stadtmarketing lobt nun eine Million Euro für denjenigen aus, der beweisen kann, dass es Bielefeld tatsächlich nicht gibt. Passend dazu wird auf Twitter der Hashtag #Bielefeldmillion etabliert.

Die Bielefeld-Verschwörung hält sich seit 25 Jahren

Ursprung der ganzen Verwirrung ist eine Verschwörungstheorie aus den Anfangstagen des Internets, die sich irgendwann verselbstständigt hat und sich seitdem hartnäckig hält. Vor 25 Jahren veröffentlichte der Kieler Student Achim Held in einem Forum die Theorie, Bielefeld existiere nicht wirklich, sondern werde von den unbekannten Drahtziehern der Verschwörung nur benutzt, um geheime Aktivitäten zu verschleiern – wahlweise durch den Mossad, die CIA oder Außerirdische. 

Zum Jubiläumsjahr der Bielefeld-Verschwörung will die Stadt endlich Belege dafür sehen. "Nach 25 Jahren ist es gut gewesen mit der Bielefeld-Verschwörung", sagt Oberbürgermeister Pit Clausen. Eine Million Euro Belohnung verspricht er, wenn jemand einen klaren Beweis für die Verschwörungstheorie liefern sollte.

Der Gewinner soll übrigens – so versichert die Stadt für den Fall der Fälle – nicht aus Steuergeldern ausgezahlt werden, sondern durch Beiträge verschiedener Bielefelder Unternehmen.

Stadt nutzt Verschwörungstheorie zu PR-Zwecken

In Bielefeld nimmt man das Thema schon länger mit Humor – man kann sich ja auch kaum dagegen wehren. So stand die 800-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 2014 unter dem Motto "Das gibt's doch gar nicht". 2010 erschien ein Film über die Verschwörungstheorie, der vom Bielefelder Stadtmarketing mitproduziert wurde. In dem Thriller spielt auch Achim Held, der Urheber der Bielefeld-Verschwörung, mit. 

Jetzt haben alle Verschwörungstheoretiker zwei Wochen Zeit, die Nicht-Existenz von Bielefeld zu beweisen. Sollte das nicht gelingen, muss man sich wahrscheinlich wohl oder übel damit abfinden, dass die 340.000-Einwohner-Stadt im Teutoburger Wald wohl doch existiert. Wobei jeder, der aus Bielefeld kommt, weiß: So einfach wird es wohl nicht sein.

Quelle: Bielefeld Marketing

epp

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