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Bischof in Hannover: Ralf Meister kämpft für den Glauben

Als neuer Bischof von Hannover ist am Samstag Ralf Meister in sein Amt eingeführt worden. In Deutschlands größter evangelischer Landeskirche trat der bisherige Berliner Generalsuperintendent die Nachfolge von Margot Käßmann an.

Meister warnte in seiner Einführungspredigt vor den Gefahren der Atomkraft. "'Unsere Kernkraftwerke sind sicher' - eine trügerische Gewissheit. Das erleben wir in Fukushima schmerzhaft", sagte der 49-Jährige. "Es gibt kein Recht auf absolute Sicherheit und deshalb müssen alle menschlichen Gewissheiten vor Gott geprüft werden. Unserer Verantwortung für die Zukunft dieser Erde setzt Gott einen Rahmen."

Meister rief ebenfalls zu einem friedlichen Miteinander mit dem Islam auf. "Niedersachsen ist in seiner Geschichte der letzten 50 Jahre ein wunderbares Beispiel für christliche und jüdisch-christliche Ökumene gewesen, gerade auch in der Vielfalt des jüdischen Glaubens in Niedersachsen", sagte der neue Bischof. "Sorgen wir dafür, dass es auch in der Begegnung mit dem Islam zu einem solchen Beispiel wird."

Zu dem Festgottesdienst in der zentralen Marktkirche und einem daneben errichteten Zelt waren rund 2000 Gäste gekommen, darunter Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Bayerns Landesbischof Johannes Friedrich, hängte Meister das Bischofskreuz um.

Als Generalsuperintendent war Ralf Meister in Berlin zuletzt zuständig für 720 000 Gemeindemitglieder. Vielen Menschen darüber hinaus war er aber schon vorher ein bekanntes Gesicht. Sechs Jahre lang nämlich sprach der Theologe das "Wort zum Sonntag" in der ARD. Wichtig ist ihm auf der Kanzel und vor der Kamera, von der Suche der ganz normalen Menschen nach Gott zu erzählen. Eines seiner Hauptanliegen ist der Kampf gegen den "Gewohnheitsatheismus", der ihm vor allem in der Hauptstadt oft entgegenschlug.

Meister wurde 1962 in Hamburg geboren. Er studierte Theologie, Judaistik und biblische Archäologie in seiner Geburtsstadt sowie in Jerusalem und Jena. Nach Stationen als Pastor an der Arbeitsstelle Kirche und Stadt der Universität Hamburg und beim Evangelischen Rundfunkreferat des NDR wurde Meister 2001 Propst des Kirchenkreises Lübeck. Er veröffentlichte regelmäßig Beiträge zu religions- und stadtsoziologischen Fragen. 2008 wechselte er nach Berlin. Meister ist verheiratet und hat drei Kinder.

DPA / DPA