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Bischof Luigi Padovese: Psychisch kranker Chauffeur gesteht tödlichen Angriff

Der Mord am Vorsitzenden der türkischen Bischofskonferenz, Luigi Padovese, ist aller Voraussicht nach nicht politisch motiviert gewesen. Der geständige Täter, der 26-jährige Chauffeur Murat Altun, sei psychisch krank und habe bei den Vernehmungen auf eine "Botschaft von Gott" kurz vor der Bluttat verwiesen, erklärte sein Anwalt.

Der tödliche Angriff auf den katholischen Bischof Luigi Padovese in der Türkei ist aufgeklärt. Der 26-jährige Fahrer des Geistlichen habe während der Vernehmungen gestanden, dem 63-Jährigen apostolischen Vikar von Anatolien im Garten seines Sommerhauses in der südtürkischen Stadt Iskenderun die Kehle durchschnitten zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag.

Der laut dem türkischen Fernsehsender NTV zum Katholizismus konvertierte Mann war kurz nach der Tat am Donnerstag festgenommen worden. Er arbeitete seit viereinhalb Jahren im Dienste des Geistlichen. Presseberichten zufolge ist er psychisch krank und hatte erst vor wenigen Tagen eine psychiatrische Behandlung beendet.

NTV und die Zeitung "Milliyet" berichteten, der Chauffeur habe im Verhör gesagt, auf eine göttliche "Erscheinung" hin den Bischof getötet zu haben. Die Ermittler gingen daher nicht von einer politisch motivierten Tat aus, sagte der örtliche Gouverneur Anadolu.

Das türkische Außenministerium in Ankara zeigte sich in einer Erklärung "tief bestürzt" über die Tat. Padovese sei "ein guter Freund der Türken" gewesen und habe "wichtige wissenschaftliche Arbeiten" über die Türkei verfasst. Sein Tod sei ein "großer Verlust".

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sprach in Radio Vatikan von einer "schrecklichen Tat". Auch das geistliche muslimische Oberhaupt der Provinz Hatay, Mufti Mustafa Sinanoglu, zeigte sich bestürzt. Der Italiener Padovese war seit 2004 als apostolischer Vikar im Range eines Bischofs der ranghöchste Vertreter des Papstes in Anatolien. Gleichzeitig war er Vorsitzender der Bischofskonferenz. In der Türkei leben rund 15.000 Katholiken.

AFP / AFP