Bistum Erfurt zeigt Priester an Weitere Prügelvorwürfe gegen Bischof Mixa


Der mit neuen Prügelvorwürfen konfrontierte Augsburger Bischof Walter Mixa hat seine geplante Afghanistan-Reise abgesagt. Er wollte dort als katholischer Militärbischof die deutschen Soldaten vom 13. bis 17. April besuchen. Eine Sprecherin des Militärbischofsamtes in Berlin erklärte dies mit wichtigen Terminen in seiner Diözese Augsburg.

Der mit neuen Prügelvorwürfen konfrontierte Augsburger Bischof Walter Mixa hat seine geplante Afghanistan-Reise abgesagt. Er wollte dort als katholischer Militärbischof die deutschen Soldaten vom 13. bis 17. April besuchen. Eine Sprecherin des Militärbischofsamtes in Berlin erklärte dies mit wichtigen Terminen in seiner Diözese Augsburg. Eine weitere Frau beschuldigt Mixa inzwischen, sie als Heimkind schwer geprügelt zu haben. Auf die Frage, ob Mixa als Militärbischof das "uneingeschränkte Vertrauen" des Ministers habe, antwortete der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Steffen Moritz, er könne sich nicht zu "irgendwelchen Spekulationen" einlassen. Aussagen würden erst gemacht, wenn es eine verlässliche Basis gebe.

Mixa wird vorgeworfen, in den 1970er und 80er Jahren Kinder in einem Heim in Schrobenhausen misshandelt zu haben. Sieben ehemalige Heimkinder haben ihn öffentlich beschuldigt. "Ich wurde zweimal von Herrn Mixa mit dem Stock geschlagen", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag eine 41-jährige Frau. Sie sei bereit, ihre Aussage unter Eid vor Gericht zu wiederholen. "Ich musste die Hose 'runterziehen, mich über die Badewanne beugen und bekam dann fünf bis sieben Schläge auf das Gesäß", sagte sie. "Die ersten zwei Tage danach war es unmöglich, vernünftig zu sitzen vor Schmerzen." Der damalige Pfarrer Mixa habe oft Kinder geschlagen.

Der Bischof bestreitet jedoch jegliche Misshandlungsvorwürfe. Sein Sprecher Dirk Hermann Voß, forderte die Zeitung in "Bild am Sonntag" auf, die sechs bis sieben eidesstattlichen Versicherungen umgehend vollständig offenzulegen. "Es geht nicht an, dass ein Bischof schutzlos Anschuldigungen aus dem Halbdunkel ausgesetzt wird." Die Angaben seien zum Teil widersprüchlich und hätten sich in der Diskussion auch verändert, wird Voß zitiert.

Mixa erneute sein Gesprächsangebot: "Wenn die Männer und Frauen, die Vorwürfe gegen mich erheben, aus irgendwelchen Gründen nicht persönlich mit mir sprechen wollen, bitte ich diese, mit dem externen Beauftragten der Diözese für Missbrauch und Gewalt, Herrn Otto Kocherscheidt, zu sprechen und ihre Anschuldigungen persönlich darzulegen."

Im Auftrag der Katholischen Waisenhausstiftung Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen soll der Sonderermittler Sebastian Knott die Vorwürfe aufklären. Die Ex-Heimkinder halten ihn allerdings für nicht unabhängig. Knott betonte dagegen, er beginne die Ermittlung "ergebnisoffen mit dem Anspruch auf Neutralität". Er sei weder Mixa noch sonstigen Beteiligten Rechenschaft schuldig.

Das Bistum Erfurt erstattete derweil Strafanzeige gegen einen 61-jährigen Pfarrer wegen sexueller Nötigung von vier Minderjährigen. Dieser habe die Vorwürfe bestätigt, teilte es mit. Die Taten sollen sich von 1980 bis 1996 ereignet haben. Der Pfarrer, der zuletzt in Miltenberg in der Altenheimseelsorge eingesetzt wurde, wurde von allen Aufgaben entbunden. Seit 2003 war der Priester unter Aufsicht eines von der Kirche ernannten Beauftragten für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs gestellt worden. Dennoch wurde er von Januar 2004 bis August 2006 als Gefängnisseelsorger in einer Jugendstrafanstalt in Thüringen eingesetzt. Das Bistum erklärte jetzt, es übernehme die Verantwortung für diese "falsche Entscheidung".

Papst Benedikt XVI. hat sich unterdessen nach Angaben von Vatikansprecher Federico Lombardi zu Treffen mit weiteren Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester bereiterklärt.

APN APN

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