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Bluttat in der Türkei: Katholischer Bischof erstochen

Schock für die katholische Kirche: Der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz, Luigi Padovese, ist erstochen worden. Laut türkischen Medienberichten soll sein Fahrer ihn in seinem Haus angegriffen haben.

Die Türkei ist erneut von einem Mord an einem christlichen Geistlichen erschüttert worden: Der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz, Luigi Padovese, wurde am Donnerstag erstochen. Als Tatverdächtigen nahmen die Ermittler den Fahrer des Geistlichen fest, wie die Behörden mitteilten.

Der 63-jährige Padovese wurde vor seinem Haus im südtürkischen Iskenderun in der Provinz Hatay getötet. Wie der türkische Nachrichtensender NTV berichtete, wurde der Geistliche im Vorgarten seines vierstöckigen Wohnhauses aufgefunden. Italienische Diplomaten machten sich laut NTV nach der Nachricht vom Tod des Geistlichen auf den Weg nach Iskenderun.

Fernsehbilder zeigten die bedeckte Leiche des Geistlichen. Der Gouverneur von Hatay, Mehmet Celalettin Lekesiz, sagte nach einer Meldung von CNN-Türk, der Fahrer des Bischofs sei nach kurzer Flucht festgenommen worden. Murat A. habe die Tatwaffe noch bei sich gehabt.

Keine Hinweise auf ideologischen Hintergrund

Hinweise auf einen ideologischen oder religiösen Hintergrund gebe es offenbar nicht. Der mutmaßliche Täter soll wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein, hieß es von Seiten der Behörden. A. habe seit viereinhalb Jahren im Dienst von Padovese gestanden. gab es demnach zunächst nicht. Der Mord werde genauestens untersucht, sagte der Gouverneur.

Als Vikar von Anatolien war Padovese seit dem Jahr 2004 der ranghöchste Vertreter des Papstes in Anatolien. In der Türkei leben rund 15.000 Katholiken. Kurz vor seiner Ermordung hatte Padovese laut Medienberichten noch den israelischen Angriff auf den Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gazastreifen verurteilt. Der Vatikan äußerte sich in einer ersten Stellungnahme bestürzt über den Mord.

Die Attacke reiht sich ein in eine Serie von Angriffen auf Christen in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Türkei in den vergangenen Jahren. 2007 waren bei einem Überfall auf einen Bibelverlag in der osttürkischen Stadt Malatya drei Christen ermordet worden, unter ihnen ein deutscher Missionar. Im Februar 2006 wurde ein italienischer Priester in der Schwarzmeer-Stadt Trabzon erschossen.

AFP/APN