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Bodycam-Zwischenbilanz: Was bringt die Videoüberwachung durch Polizisten?

Wie können Polizisten besser vor Gewalt geschützt werden? Helfen Bodycams? Die Minikameras werden in mehreren Bundesländern getestet. Die Polizei Rheinland-Pfalz bilanziert: Die Videoüberwachung zeigt Wirkung.

Ein Polizist trägt bei einem Pressetermin im Innenministerium in Mainz eine mobile Miniatur-Videokamera auf seiner Schulter

Die Bodycam ist gut sichtbar am Körper der Polizistinnen und Polizisten angebracht

Wem nützt die Bodycam der Polizei? In erster Linie sollte die kleine Kamera, die an der Schulter von Polizistinnen und Polizisten angebracht wird, die Einsatzkräfte selbst vor Gewalt schützen. Seit einigen Monaten sind die Minikameras inzwischen im Einsatz; unter anderem in Rheinland-Pfalz werden sie getestet.

Eine Zwischenbilanz des Polizeipräsidiums Westpfalz hat nun ergeben, dass die Bodycam offenbar nicht nur die Polizei selbst vor Gewalt schützt. In einer Mitteilung schilderten die Beamten Fälle, in denen auch Gewalt an Dritten unterlassen wurde, augenscheinlich aufgrund der Bodycam: "Offensichtlich Streitsuchende" seien von Polizisten darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Kamera der Beamten eingeschaltet ist, heißt es in der Mitteilung. Nach den Angaben der Polizei "beruhigten sich die Personen" daraufhin und hielten sich an den ausgesprochenen Platzverweis.

Bodycam als Instrument gegen Gewalt

Die Bodycam wird gut sichtbar an oder auf der Schulter der Beamtinnen und Beamten an deren Schutzwesten angebracht. Zusätzlich sind die entsprechenden Einsatzkräfte durch die Aufschrift "Video" auf neongelbem Untergrund als Kameraträger zu erkennen - von vorne und auch von hinten.

"Die Bodycam zeigt Wirkung", bilanziert das Polizeipräsidium Westpfalz Anfang Juni. In erster Linie war die Kamera vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten zur Eigensicherung der Beamten gedacht. Bei der Polizei Rheinland-Pfalz befindet sich das Bodycam-Projekt derzeit noch in der Erprobungsphase. Diese geht bis Ende Juni und wird von einem Hochschul-Team wissenschaftlich begleitet und anschließend ausgewertet. Dann soll über den weiteren Einsatz der Kameras entschieden werden.


jen