VG-Wort Pixel

Therme in Brandenburg Wegen Burkini im Schwimmbad gemobbt - Frau stellt Strafanzeige

Ein Mädchen sitzt in einem schwarzen Burkini, einem Ganzkörper-Badeanzug, im flachen Wasser eines Schwimmbeckens
Ein Mädchen sitzt im Burkini am Rand eines Schwimmbeckens (Symbolbild)
© Rolf Haid/DPA
Sie wollten doch nur im Burkini baden: Zwei Frauen haben in einer Therme in Brandenburg für so viel Proteste gesorgt, dass sie das Schwimmbad schließlich verließen. Nun haben die beiden Strafanzeige gestellt.

Zwei Frauen im Ganz-Körper-Badeanzug (Burkini) haben in einer Therme in Bad Saarow (Oder-Spree) in Brandenburg den Unmut anderer Badegäste zu spüren bekommen. Eine junge Berlinerin, die zusammen mit ihrer aus dem Libanon stammenden Familie am Samstag dort Badegast war, stellte Strafanzeige, wie ein Polizeisprecher am Montag in Frankfurt (Oder) mitteilte. Zunächst hatte der Sender RBB über den Fall berichtet.

Die Frau, die genau wie ihre Mutter einen Burkini trug, fühlte sich der Polizei zufolge beleidigt und diskriminiert. Andere Badegäste hätten sie beschimpft und einen Bademeister eingeschaltet, erklärte die Frau im RBB. Ein Sprecher der Therme wies die Darstellung zurück, dass die Frauen beleidigt worden sein. Laut Polizei ermittelt der Staatsschutz. Ein Burkini ist ein Badeanzug für muslimische Frauen. Bis auf Gesicht, Hände und Füße sind dabei alle Körperpartien bedeckt.

Burkini entspricht den Vorschriften

"Bei uns ist Badebekleidung vorgeschrieben. Bei Burkinis handelt es sich um solche und wir hatten schon viele Badegäste, die so einen Burkini trugen", erklärte Thermen-Chef Axel Walter. Die Anzüge der Frauen seien vom Bademeister aber nicht als Burkinis erkannt worden. Deshalb habe er sie gebeten, beim nächsten Mal in passender Badebekleidung zu erscheinen, betonte Walter. Die Frauen hätten die Therme nach Wortgefechten mit Badegästen verlassen, hieß es im RBB-Bericht.

Derzeit erregt eine Debatte um ein Burka-Verbot die Gemüter. Mehrere Unionspolitiker hatten ein Verbot einer Ganzkörperverschleierung muslimischer Frauen gefordert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erteilte einem solchen Verbot aber eine Absage.

tkr DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker