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Bremen: Sektdusche mit Senator Gloystein

Feucht, aber nicht fröhlich ist für einen Arbeitslosen das Bremer Weinfest ausgegangen. Bei der Eröffnung wurde er ungebeten mit Sekt geduscht - ausgerechnet vom zweiten Bürgermeister Bremens, Peter Gloystein.

Mit einer Sektattacke auf einen Mann hat sich Bremens Wirtschaftssenator Peter Gloystein eine Strafanzeige wegen Beleidigung und Körperverletzung eingehandelt. Der CDU-Politiker hatte am Mittwochnachmittag bei der Eröffnung eines Weinfestes einem Zuhörer von der Bühne herab Sekt aus einer Magnum-Flasche über den Kopf gegossen. Die SPD, Partner der CDU in der Bremer großen Koalition, forderte den 59-Jährigen zum Rücktritt auf.

Gloystein teilte in einer schriftlichen Erklärung am Donnerstag mit: "Ich bedauere den Zwischenfall aufrichtig." Er habe sich noch am gleichen Abend bei dem 42-jährigen Mann entschuldigt. Der Politiker ist Bremens zweiter Bürgermeister und damit Stellvertreter von Regierungschef Henning Scherf (SPD).

"Der Vorfall ist unbestritten. Er ist dokumentiert durch Fotos und Zeugenaussagen", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei ermittele gegen Gloystein. Mehrere Medien berichteten am Donnerstag über den Zwischenfall, bei dem der Senator gesagt haben soll: "Hier hast Du auch was zu trinken." Gloystein hatte nach Angaben seines Sprechers die Idee, dem Mann den Sekt von der Bühne herab in den Mund zu gießen. Das Opfer habe sich mit dem Kopf weggedreht und den Sekt dann abbekommen. Zuvor hatte der Sprecher Gloysteins noch gesagt, der Senator habe dem Mann im Affekt den Sekt über den Kopf gegossen. Eine Augenzeugin berichtete, der Mann habe immer wieder provokant nach der Flasche gegriffen.

Laut "Bild"-Zeitung brach der Arbeitslose in Tränen aus. Gloystein habe ihm unter anderem einen teuren Kugelschreiber schenken wollen, doch der Mann habe mit den Worten abgelehnt: "Bestechen lasse ich mich nicht. Hier geht es um meine Ehre."

DPA/AP / AP / DPA